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Mai

Endlich Mai- Endlich Frühling! Und vor allem endlich wieder richtig Arbeiten…

 

Nachdem ich im April zunächst eine Woche lang krank war, danach um Ostern zwei Wochen zuhause verbracht hatte und wir dann noch eine weitere Woche unser Seminar auf einem Segelschiff verbringen durften, litt ich unter akutem Entzug und konnte es kaum erwarten wieder mit der Arbeit hier anzufangen.

 

Während die ersten Tulpen dieses Jahres unseren Esstisch schmückten, nahmen wir seit langer Zeit wieder einmal ein Großprojekt in den Angriff: Es hieß Schilder aufstellen! Nicht das einfache „Löcher buddeln und Holzpfähle eingraben“- Schilder-Aufstellen das den nächsten Monat kommen sollte, nein für den Mai hatten wir uns ordentlich was vorgenommen. So wurden aus den Untiefen unserer Werkhalle riesige Ver- und Gebotsschilder für Naturschutzgebiete ausgegraben, die auch aus 100 Metern Entfernung vom Wasser aus lesbar sind. Der benötigten Beton wurde von anderen Projekten geborgt und mit vollgepacktem Anhänger und Traktor im Schlepptau machten wir uns auf den Weg nach Reesholm. Vorort hieß es dann alte Schilder ab- und neue Schilder anschrauben, stundenlang spatentiefe Löcher ausheben, Beton anmischen und das Fundament um die neuen Schilder so fest stampfen, dass sie in 1000 Jahren bestimmt immernoch unverrückbar dort stehen werden. Eigentlich alles sehr spaßige Angelegenheiten, vor allem wenn man sie mit Traktorschaufel-Rundfahrten kombiniert, wenn da nicht unsere unbeliebten Gäste gewesen wären… Und nein, dieses eine Mal handelte es sich tatsächlich nicht um aufdringliche Spaziergänger, die die „Betreten verboten“ Schilder missachten, oder ihren Hund auf Naturschutzflächen frei herumlaufen lassen. In windstillen und schwülen Momenten suchte uns etwas viel Schlimmeres heim: Riesige, aus dem Ginster aufstobende Mückenschwärme die Nichts und Niemanden verschont ließen und wie eine Plage über uns herfielen, sodass man beinahe froh war an einem besonders windstillen Tag Dienst in der Ausstellung in Falshöft zu haben und ihnen nicht ausgesetzt sein zu müssen. Abgesehen von dieser kleinen Unannehmlichkeit hat das Schilder aufstellen in Reesholm dennoch ziemlich viel Spaß gemacht, weshalb wir auch dem darauf folgenden Beschilderungen und Zäune Reparieren am Winderratter See freudig entgegen sahen, vor allem weil wir in dieser Woche tatkräftige Unterstützung einer Praktikantin aus Schleimünde bekommen sollten. Alexandra haben wir dann auch wirklich schnell in Herz geschlossen. Kurz vor Ende ihres Praktikums in Schleimünde, hatte sie beschlossen, noch in eine anderes Naturschutzgebiet und in eine andere Arbeitsgemeinschaft reinzuschnuppern, wobei sie die Meisten von uns auch schon vom Zaunbau an der Schlei kannte. So hämmerten wir dann bei schwülen 25°C Pfähle in die trockene Erde und suchten verzweifelt in jeder erdenklichen Ritze, die verschwundenen 40er Spax Akkuschrauber Aufsätze, die aber wie vom Erdboden verschluckt nicht mehr auftauchten. (Wir FöJlerinnen hatten mit deren Verschwinden dieses Mal 100 prozentig nichts zu tun...). Darüber hinaus reparierten wir im Mai hier noch ein Klapptor und da noch eine Brücke, rückten mit dem Traktor die Fleecedecken zurecht, welche die Kartoffelrosen auf der Birk in deren Ausbreitung hindern sollen (ich durfte Traktor fahren, yayy!) und kümmerten uns selbständig weiterhin um unsere Amphibienaufzucht und die kleinen Kaulquappen die bereits ihre ersten Beinchen ausbildeten. Das unangefochtene Highlight im Mai war definitiv die Schur der Schafe unseres Stationsleiters, bei der wir fleißig mit anpacken durften. Zwar bekamen wir den strengen Schafgeruch auch Tage später nicht aus unseren Nasen, aber das ist verglichen mit dem Spaß den uns das Schafe-Einfangen gebracht hat wahrliche in kleines Opfer. Da gab es die riesigen, auf einer Weide in der Nähe unserer Station untergebrachten Böcke, die sich lieb wie kleine Engelchen an Stricken führen ließen, es gab die jungen unerfahrenen Schafe, die etwas mehr Überzeugungsarbeit benötigten um zum Scherstand zu laufen und dann gab es noch das älteste und das sturste Schaf, das so wenig Lust hatten ihre dicke Wolle zu verlieren, dass wir letztere zu fünft über die Weide jagen mussten, bis wir sie nach einem langen (vielleicht auch nicht ganz so fairen Kampf) überwältigen und zum so sehr gehassten Friseur bugsieren konnten. So schnell wie er gekommen ist, war der Mai auch schon wieder vorbei und hinterließ nur das mulmige Gefühl, dass unser Jahr hier sich genauso rasant dem Ende zuneigt. Ich wollte mich hiermit auch schon mal von euch verabschieden, denn falls wir im Juli nicht noch alle zusammen ein Schlusswort verfassen sollten, ist dies nun das letzte mal, dass ihr von mir gehört habt. Es hat mir unglaublich viel Spaß gemacht euch in unserem Alltag ein kleines Stück mitzunehmen und aufgrund der nicht wirklich vorhandenen Pünktlichkeit unserer Einträge, jedes Mal eine kleine Zeitreise in die Vergangenheit zu starten, bei der ich die ganzen schönen Momente noch einmal revue passieren lassen konnte. Wenn dieser Blog online geht haben wir hier vermutlich noch einen guten Monat, nur noch einen einzigen  Monat mit den Menschen die hier zu meiner neuen Familie geworden sind… ich bin dankbar für Alles und Jeden der mich in diesem letzten Jahr geprägt hat und würde keine einzige Sekunde missen wollen… Danke für Alles!

 

April

Es ist schon wieder so viel passiert in letzter Zeit, dass ich kaum noch zuordnen kann, wann wir was gemacht haben. Aber jetzt beim genaueren Nachdenken fällt mir der April langsam wieder ein.

 

Anfang des Monats ist uns irgendwann aufgefallen, dass das Einstromwerk, durch welches kontrolliert Ostseewasser in die Birk fließen kann, kaputt ist.

 

Das Wasser gelangt über ein großes, unterirdisches Rohr, das durch große Schieber geschlossen werden kann, in die Birk. Diese Schieber hatten sich nun verklemmt und da es einen großen Aufewand darstellt diesen Umstand zu beheben, war der Plan einen Schacht in die Erde einzulassen, sodass ein solches Reperaturunterfangen zukünftig einfacher vonstatten gehen kann.

 

Wir haben also einen großen Langarmbagger auf den Deich bestellt und ein Loch geschaufelt, um an den Schieber heranzukommen. Unten angelangt gestaltete sich das ganze Unterfangen jedoch als etwas komplizierter als gedacht, wir stießen nämlich auf Grundwasser und einen weitaus kaputteren Schieber als gedacht, mussten dementsprechend das Loch vorerst wieder schließen und auf einen besseren Zeitpunkt warten…

 

Meiner Meinung nach war das gar nicht sooooo schlimm, denn der uneingebaute Schacht (übrigens melonengelb, nicht orange, das steht extra nochmal auf der Beschreibung) lässt sich auch hervorragend als Schlafmöglichkeit nutzen, also nicht, dass wir so etwas während der Arbeitszeit machen würden, das haben wir natürklich nur ganz kurz ausprobiert !

 

Wärend dieser ersten Wochen war Killi leider krank, wodurch sie dieses tolle Schachterlebnis nicht miterleben konnte...und auch beim nächsten großen Projekt hat Killi uns leider verlassen, da sie zwei Wochen in den Urlaub gefahren ist.

 

Finnski und ich hatten dann die langwierige Aufgabe einen Fuchszaun auf Oehe Schleimünde zu bauen, um die brütenden Vögel vor dem Fuchs und oder Maderhunden zu schützen.

 

Der Zaun musste vom Ostseewasser über Land bis ins Schleiwasser gebaut werden, was sich als teilweise sehr kaltes Unterfangen gestaltete, da wir in dieser Zeit an manchen Tagen recht starken Wind und dementsprechend hohe Wellen hatten, die sich ihren Weg in die Wathosen zu suchten wussten.

 

Auch mit Hagel und Platzregen hat das Wetter nicht gespart, da uns der Zaunbau aber über eine Woche beschäftigte, bekamen wir auch noch ordendlich Sonne ab und ich habe mir meinen ersten Sonnenbrand geholt, im April!!!

 

Eine treffende Beschreibung des Zaunbaus ist denke ich folgendes :

 

Zaun an Pfähle krampen, Isolatoren anschrauben und dabei möglichst NICHT den Akkuschrauber ins Wasser fallen lassen, sich vom Akkuschrauber beihnahe das Handgelek brechen lassen, Glattdraht spannen, Stabilisierungseisen in zu kleine Löcher hämmern und dabei sehr laut Fluchen (ohne Fluchen geht es fast besser, aber Fluchen ist ungemein erleichternd!), dann Spannfeder, Ei, Spanner, Glattdraht. Alles verrödeln und von vorne anfangen.

 

Mir ist bewusst, dass einige Leser*innen sich unter dieser Beschreibung überhaupt Nichts vorstellen können, aber wir haben irgnedwann von Spannfedern, Eiern, Spannern und Rödeleisen geträumt, deshalb muss das hier einmal so genau aufgeführt werden.

 

Nach diesem Unterfangen hatten Finnski und ich nichtmal mehr Lust an Ostern Eier zu suchen, wir hatten dieses Wort schon zu oft in anderen Zusammenhängen gehört.

 

Stattdessen haben wir den Frühling sehr genossen, hatten die Möglichkeit Nieby in betrunkenem Zustand zu erleben und durften am Ostersonntag einer Kartoffelpflanztradition beiwohnen und mit einem sehr alten Trecker Kartoffeln pflanzen.

 

Als Killi dann zurückkam sind wir alle drei direkt wieder aufgebrochen, wir hatten nämlich ein einwöchiges Seminar auf einem Traditionssegler. Ich war auf einem anderen Schiff untergebracht als die anderen Zwei, dementspechend kann ich nur aus meinen Reiseerlebnissen berrichten.

 

Für mich war das Segelseminar sehr sehr schön! Da ich selber segele, habe ich die Reise aus diesem Aspekt sowiso genießen können, aber auch die aus allen Seminargruppen neu zusammengewürfelte Gruppe war einfach toll! Alle haben sich super verstanden und als Team gearbeitet, sodass die Stimmung beihnahe ausschließlich gut war (bis auf den ersten Segeltag, an welchem wir ganz schön Seegang hatten und einigen schlecht geworden ist..)

 

 

 

Ein sehr tragisches Ereignis hätte ich beinahe vergessen !

 

Am Ende des Monats mussten wir unseren geliebten alten, blauen Stationsbus aufgeben. Lange haben wir hin und her überlegt, ob wir ihn nicht vielleicht doch noch durch den Tüv bekommen und dann vielleicht kaufen könnten, doch schlussendlich ist uns schmerzlich bewusst geworden, dass es sich nicht lohnen würde und der gute alte Bus seine Zeit gehabt hat.

 

Ein letztes Mal haben wir ihn auf Hochglanz poliert, sogar das Dach haben wir geschrubbt !

 

Jetzt haben wir einen neuen Stationsbus, den wir erstmal ordentlich durchs Gelände führen müssen, damit er sein blendendes Weiß etwas mit würdigen Gebrauchsspuren bekleiden kann…

 

Eins ist jedenfalls klar: So gut die Musikanlage des neuen Bussen auch sein mag, den Flair des Alten wird er nur schwer erreichen.

 

Blog März

Es gibt mal wieder sehr viel zu erzählen!

Das Wort „Schwimmleinen“ ist ja schon im letzten Blogeintrag gefallen. Diesen Monat also, wer hätte es gedacht, hatten wir wieder mit den Schwimmleinen zu tun! Diese sollten nämlich an der Westküste, nahe der dänischen Grenze ausgebracht werden. Da wir ja so gute Vorarbeit geleistet hatten und die 3500 m Schwimmleinen immer jeweils in Säcke eingetütet hatten, erleichterte uns das schon einiges! Während andere alles zu Fuß abliefen, schnappten Helena, Ole und ich uns den Kettendumper… Das kommt vielleicht ein bisschen faul rüber, aber das war schon sehr praktisch.

Kalksandsteine und blaue Müllsäcke schmückten die Ladefläche des Kettendumpers. Gelaufen werden musste trotzdem, denn die Säcke und die Steine verteilten sich ja schließlich nicht von allein am Rande des Grabens. Also konnte immer einer von uns fahren und die anderen beiden haben im Meter- Fußmarsch dann ihre Wege zurückgelegt und platzierten alle 10 m einen Kalksandstein und alle 100 m einen blauen Müllsack neben den Wassergräben. Falls ihr euch jetzt fragt, warum der ganze Aufwand? Die Schwimmleinen sollen verhindern, dass Feinde wie z.B. der Fuchs, an die Gelege der Brutvögel kommt und da so ein Fuchs angeblich zu blöd zum Tauchen ist, macht er vor ihnen halt. Die Schwimmleinen werden deshalb auch „Fuchszäune“ genannt.

Ein paar Tage später passierte dann das, wovon wir eigentlich gehofft hatten, dass wir davon verschont bleiben. Ich meine in einem kleinen Dorf, ja eigentlich mitten in der Botanik, wo Corona mehr oder weniger fern zu sein scheint, hat es uns dann alle Drei leider doch erwischt und wir konnten erstmal gut 2 Wochen getrennt von den Jungs in unserer Wohnung hocken. Verhungert sind wir allerdings nicht, denn wir wurden immer gut versorgt!

 

Auch wenn es echt blöd war nicht rausgehen zu dürfen, hatten wir in dieser freien Zeit dafür aber wieder mehr Zeit für unser Flyer- Projekt, für das wir während der Arbeitszeiten eher weniger Zeit hatten.

 

Nach gut 2 Wochen ging es dann weiter. Nach dem langen „Rumgammeln“ war unser erster Arbeitstag danach echt anstrengend. Die vom Februar übrig gebliebenen Brutinseln mussten noch fertig von ihrem Ballast befreit werden und wir hatten die Ehre, nicht wie andere „über“ die Meta-Norgaardts-Brüch zu laufen, sondern unter ihr durch paddeln zu dürfen, da wir noch eine Brutinsel auf der anderen Seite mähen mussten. Die Brücke aus einer anderen Perspektive zu betrachten, war auch mal ganz interessant! Wir merkten schnell, dass wir nach der längeren Coronapause kräftetechnisch noch absolut nicht fit waren und fühlten uns teilweise noch nicht mal in der Lage einen Freischneider tragen zu können. Die Kormorankolonie neben uns lachte uns daraufhin auch etwas aus…

Aber am Ende haben wir es dann doch mit vereinten Kräften (soweit diese vorhanden waren) geschafft und die Vögel konnten nun ungestört in die Brutsaison starten.

 

Aber so ganz war es noch nicht vorbei mit paddeln und Boot fahren. Der Fuchszaun an der Westküste musste ja noch ins Wasser gebracht werden, also sind wir zusammen mit anderen FÖJler*innen, mit einem Boot aufs Wasser und versuchten die Schwimmleinen mit den Kalksandsteinen im Wasser zu befestigen. Wir mussten uns des Öfteren aber Kapuzen überziehen, weil tausende Gänse, die ständig in Schwärmen über unsere Köpfe zogen, mit etwas Glück ihr Geschäft direkt über uns erledigt haben. Aber zum Glück taten sie das immer nur ca. 1 Meter neben uns...Danke!

Das war mal wieder ein langer, aber erfolgreicher Tag. Ob sich der ganze Aufwand dann letztendlich auch gelohnt hat, wird sich noch zeigen.

Wieder „zu Hause“ angekommen, wurden ein paar Tage danach wieder die Wildpferde besucht. Es gibt freudige Nachrichten. Neuer Nachwuchs! Bereits Anfang des Monats kam ein kleines Stutfohlen zur Welt, welches sehr munter und glücklich seine Mutter mit kleinen Freudensprüngen umkreiste:) Kurz darauf  wurden zwei neue Fohlen geboren, die ebenfalls munter und gesund waren. Darüber waren wir natürlich sehr erfreut, weil dies bei Geburten im Frühjahr nicht selbstverständlich ist.

Eigentlich hatten wir beide uns an dem Tag vorgenommen nach Dänemark zu fahren, da wir ja schon ziemlich nah dran wohnen und noch nicht ein einziges Mal dort waren. Daraus wurde aber wieder nichts. Stattdessen saßen wir in der Pferdeherde und haben vor lauter niedlichen Fohlen die Zeit vergessen. Wir ärgerten uns erst ein bisschen über uns selbst, weil wir mal wieder unser Vorhaben nicht durchgesetzt hatten. Jedoch schmiedeten wir schnell einen anderen Plan und fuhren zusammen in die Nähe von Maasholm, was auch letzten Endes bestimmt die bessere Wahl war, denn es war echt herrlich!

Apropos Zeit vergessen… Nur noch ca. 4 Monate und unser FÖJ ist zu Ende. Daran versuchen wir zwar erst gar nicht zu denken, aber trotzdem wurden wir in diesem Monat häufiger daran erinnert...

 

Schließlich müssen neue FÖJler*innen her und es gab nun schon einige Vorbereitungen darauf. Wir haben ein Bewerbervideo für die neuen Bewerber*innen gedreht, um ihnen zu zeigen wie es hier aussieht und was wir hier eigentlich so treiben. Schließlich würden ihnen diese Eindrücke sonst fehlen, da die Bewerbungsgespräche leider aufgrund Corona wieder online stattfinden müssen. Ende März begannen dann schon unsere ersten Bewerbungsgespräche und es waren schon viele tolle Bewerber*innen dabei.

Klar muss man jedem jedes Mal das Gleiche erzählen, aber an Spaß mangelt es uns trotzdem nicht. So werden manchmal auch kurz vor einem Gespräch noch Sprüche rausgehauen, wegen denen man sich zusammenreißen muss, während des Gespräches nicht loslachen, oder den Raum verlassen zu müssen.

Im April geht es weiter mit Bewerbungsgesprächen und es gibt wieder viele spannende Dinge draußen zu erledigen!

 


 

Blogeintrag Februar:

 

Nach dieser äußerst erleuchtenden Zeitreise fast drei Monate in die Vergangenheit, müssen wir einen weiteren, wenn auch nur halb so großen Schritt zurück wagen – bis Anfang Februar.

Wir haben den ersten stärkeren Sturm des Jahres gut überstanden und umrunden gerade die Birk, um eventuelle Sturmschäden zu finden und sie, so gut es ohne größere Geräte geht, zu beseitigen. Auf einmal sehen wir eine Bewegung links im Waldstück neben uns: Die Wildpferde haben in der „Alte Plantage“ Schutz vor dem Wind gesucht! Das haben wir tatsächlich noch nie gesehen, denn normalerweise steht die Herde ausschließlich auf offenen Flächen um zu grasen und potentielle Feinde früh zu sehen. Nachdem wir das besondere Ereignis mit der Kamera festgehalten haben, setzen wir unsere Kontrollfahrt fort. Viel mehr gibt es jedoch nicht zu entdecken, kleine Teile der Wälder sehen zwar aus als hätten Riesen mit den Bäumen Mikado gespielt und vergessen hinter sich aufzuräumen, zum Glück sind davon aber beinahe keine Wege oder Gebäude betroffen. Ein paar Tage später, als wir die Wildpferde kontrollieren wollen, befinden sie sich nicht mehr im Waldstück, sondern wieder auf offener Fläche. Das dicht mit Binsen und Schilf bewachsene Stück Land auf dem sie gerade stehen, ist jedoch, durch den auf der Birk stark gestiegenen Wasserpegel, umgeben von kleinen Gräben, die für ein Pferd oder einen Gummistiefel tragenden Menschen nur eine kleine Hürde darstellen, womit natürlich leider alle gemeint sind außer ich. Also bleibe ich einsam und alleine zurück, sehe Finja und Delphine davon stapfen und beschließe nie wieder andere Schuhe als Gummistiefel anzuziehen.

 

Leider bestand unsere Arbeit im Februar zum aller größten Teil aus Schwimmleinen Vorbereiten. Das bedeutet wir haben tagelang tausende kleine rote Schwimmkörper auf insgesamt 3.500 Meter Leine aufgefädelt und in 50 cm Abständen festgeschraubt. Dass uns diese Arbeit, bei der wir durchgehend unsere Playlists auf maximaler Lautstärke hoch und runter laufen lassen konnten, irgendwann Spaß machen würde, hätten wir am Anfang niemals für möglich gehalten. Dass wir schlussendlich freiwillig 3.800 Meter anfertigen würden um nicht damit aufhören zu müssen, erst recht nicht und das muss ja auch niemand wissen…

 

In der zweiten Februarwoche war Finja in Paderborn zum Probearbeiten für eine Ausbildung zur Glasveredlerin. Ich gewähre euch nun einen kurzen Blick in die Zukunft: Sie wurde angenommen! Lange waren Delphine und ich jedoch nicht alleine denn aus Bayern kamen zur tatkräftigen Unterstützung drei FöJlerinnen angereist, die ihr Ökiglück bei uns absolvieren wollten. Die drei Mädels waren wirklich fleißig und wir haben uns super mit ihnen verstanden, so ging das Leinen-Fädeln bei dem schlechtem Wetter gleich noch viel schneller und als die Sonne sich auch endlich mal aus ihrem Versteck wagte, konnten sie uns sogar beim Knick abnehmen helfen. Eigentlich konnten sie uns beim Helfen helfen, die Hauptarbeit haben nämlich Thomas, Uwe und Stefan gemacht. Sie haben die Gefahrenbäume, also die Bäume die besonders groß, besonders marode oder besonders schräg sind, mit Traktor und Seilwinde gefällt, während Delphine und ich den kleineren und unproblematischeren Bäumen den Tod brachten. Schlussendlich mussten die unter- und übereinander liegenden Eschen noch zersägt und mit dem Traktoranhänger von der Fläche runter geschafft werden. Bei letzterem Schritt kamen dann auch endlich unsere bayrischen drei Musketiere zum Einsatz, als wir die Holzstämme zusammen verladen haben, ging das so schnell, dass es beinahe so wirkte, als wäre das Holz von alleine in den Anhänger geflogen…. Und es waren wirklich viele Bäume. Wir haben uns so gut mit den drei FöJlerinnen verstanden, dass sie uns  eingeladen haben, sie doch auch mal in Bayern zu besuchen und dort unser Ökiglück zu absolvieren. Wir haben es wirklich in Betracht gezogen, aber eigentlich wollen wir doch lieber bei unserer eigenen Stelle hier oben bleiben, so unglaublich viel Zeit haben wir nun auch nicht mehr.

 

Beinahe mussten sie selbst aber noch eine weitere Woche bei uns bleiben, da durch die nächsten zwei Orkane alle Fernstrecken gesperrt wurden, was ihre Rückreise somit etwas erschwerte. Aus dem gleichen Grund konnte Finja auch nicht wie geplant am Samstag, sondern erst am Mittwoch der darauffolgenden Woche zu uns stoßen. Das war gerade noch rechtzeitig, denn am Donnerstag erwarteten uns gleich zwei lustige Dinge. Zum einen fand die Verabschiedung einer befreundeten BFDlerin statt, zu deren Anlass Delphine und ich zwei originelle Maulwurfkuchen gebacken hatten, zum Anderen bekamen wir Besuch von Ole, einem FöJler der Stiftung Naturschutz. Auf der Autofahrt zum Naturschutzgebiet in dem die Verabschiedung stattfand und in dem wir auch noch Kleinigkeiten zu erledigen hatten, musste der Kuchen also mit dem Leben vor den gefährlichen Kurven beschützt werden, wurde dann jedoch mehr als alles andere von Lachanfällen gefährdet. Vollgestopft mit tonnenweise Gebäck haben wir vier FöJler noch einen gemeinsamen Filmabend hinter uns gebracht, woraufhin wir theoretisch alle schlafen gegangen sind. Alle außer Ole der, wie wir am nächsten Morgen herausfinden durften, mehr mit einem Fließbandroboter gemeinsam hat, als mit einem Menschen. Aus irgendeinem Grund fand er es wohl wichtiger mitten in der Nacht alleine Schwimmleinen weiter zu knüpfen und hat deshalb einfach auf seinen Schlaf verzichtet. Auch wenn wir etwas überrascht waren, traurig waren wir nicht drum, denn wir hatten sowieso nur noch wenige Tage um die Brutinseln zu mähen, bis die Brutsaison begann.

Dafür mussten wir die ca. 40 cm hohen aufgeschütteten Inseln, die in den Wasserflächen der Birk liegen, mit dem Freischneider nahezu kahl scheren und von allen Staudenwurzeln befreien.

Den ganzen Aufwand betreiben wir, damit bedrohte Vogelarten ihr Nest in die entstandenen Kuhlen bauen und ihr Gelege mit Weitblick verteidigen können. Tatsächlich hat es aber sehr viel Spaß gemacht und bewaffnet mit Freischneider, leider keinem Spritkanister, Forken und Ampferstecher, haben wir uns auf den Weg gemacht von Insel zu Insel zu paddeln und jeder eine neue Frisur zu verpassen… bis der Freischneider keine Benzin mehr hatte und Thomas und Uwe vorbeikommen mussten um uns dann doch noch einen Kanister zu bringen. Dabei waren wir soo stolz von der Vorbereitung übers Boot-Verladen und -Sichern bis zu der Arbeit an sich alles alleine geschafft zu haben :(

 

Zum guten Schluss durften wir uns dann noch von Touristen anhören, dass wir ihren Aufenthalt auf der Birk durch unsere laute Arbeit stören würden, nachdem sie uns 10 Minuten zugeschaut hatten, wie wir uns mit dem vollgeladenen Boot, das über die Wiese den Hügel hoch wieder bis zum Auto gezogen werden musste, abgemüht hatten. Durch dieses nette Treffen dann doch etwas amüsiert konnten wir, auch wenn wir nicht mit allen Brutinseln fertig geworden sind, unseren letzten Arbeitstag im Februar abschließen.

 


Januarblog Ende März

Manchmal rauscht das Leben einfach so an uns vorbei, es passiert so viel vor - und hintereinander und gleichzeitig, dass wir irgendwann dasitzen und garnicht mehr wissen, wie es so schnell Frühling werden konnte. In solchen Momenten, in denen wir uns fragen, wo die Zeit geblieben ist, sollten wir uns einen Augenblick der Ruhe gönnen und die Zeit im Geiste zurrückverfolgen. Sind Sie an einem solchen Punkt angelangt,

schenken Sie mir Ihr Vertrauen und reisen Sie mit mir in die Vergangenheit.

Also sschließen Sie Ihre Augen, atmen Sie tief ein und aus. Und wenn Sie ganz im Moment angekommen sind und Sie sich ganz unabhängig von der Zeit gemacht haben, lassen Sie sich von mir entgegen der Raum- und Zeitgesetze leiten. Lassen wir die singenden Vögelchen hinter uns, auch die Sonnenstrahlen und die vielen grünen Spitzen, welche uns den Frühling spühren lassen. Gehen wir zurück zu den dunkleren, kälteren Tagen des neuen Jahres, in denen Sie vielleicht, so wie wir, hoffnungsvoll den Schnee erwartet haben. Nein, Sie wissen noch nicht, dass er nicht wirklich kommen wird. Wenn Sie nun in ihrer Vergangenheit der ersten Wochen des neues Jahres angelangt sind, dann lassen Sie sich nun darauf ein, diese nicht als die Ihren zu erleben, sondern als die von den drei FÖJlerinnen der Geltinger Birk, welche nun schon beinahe die Hälfte ihres Jahres erreicht haben.

Die ersten Januarwochen haben wir alle noch in unserem jeweiligen Elternhaus verbracht. Umso fröhlicher war dann das Wiedersehen nach so langer Zeit. Der Arbeitsstart gestaltete sich sehr Homeoffice – lastig, wir hatten alle drei viel Schreibtischarbeit zu leisten, galt es doch noch unseren Halbjahresberricht abzugeben, und um einen dreiseitigen Text abzugeben, muss dieser bekanntlich erst noch  eschrieben, drei Mal verändert und nochmal neu verfasst werden. Uns ist in dieser Zeit sehr bewusst geworden, wie lange es her ist, dass wir einen Text abgeben mussten und wie gerne wir draußen praktische Arbeit leisten. Natürlich haben wir nicht nur unsere schriftstellerischen Talente ausgelebt, wir hatten auch noch jede Menge für unser Projekt, den Birkflyer, zu aquarellieren und auch ein Halbjahrresberricht lässt sich ganz wunderbar mit Bildern strecken:).

Als diese erste Woche dann jedoch endlich überstanden war, sahen sich unsere Kollegen drei sehr erleichterten und motivierten FÖJlerinnen gegenüber. Es ging dann auch gleich richtig los mit Mäharbeiten im kalten Januarwind, gelegendlichen Eisregeneinlagen und sehr nassen Sequenzen für einzelne von uns...

Helena hat es nämlich zum wiederholten Mal geschafft sehr sehr nass zu werden, als sie nämlich ganz oben auf einem riesigen Maatguthaufen thronte und der Kettendümper (welcher als transportmittel des Arrangements diente) vershentlich in ein Wasserloch fuhr. Daraufhin rutschte erst das Maatgut und schlussendlich unvermeidlich auch Helena mit großem Schwung in das kalte Nass... Gut, dass dieser kleine Zwischenfall gegen Ende des Arbeitstages passierte!

In der zweiten Woche fand unser drittes Seminar, leider online statt. Wir haben uns also jeden Morgen um 9:00 zu dritt auf unser Küchensofa gequetscht und, ohne Bild, da unser Internet für Extravaganzen einfach zu schlecht ist, an dem wirklich sehr liebevoll gestalteten Seminar teilgenommen. (An dieser Stelle geht nochmal ein großes Lob an die Seminarvorbereiterinnen raus, das war wirklich gut gemacht!) Wir hatten nämlich auch einige Aktivitäten draußen zu erledigen, mussten demnach angenehmerweise nicht den ganzen Tag vor dem Bildschirm sitzen.

Am zweiten Tag des Seminars bin ich als WG-Omi 20 geworden. Die anderen zwei haben ein wundervolles Frühstück vorbereitet und ich habe das erste Mal in meinem Leben eine Luftballon-Gebutstagszahl bekommen:). So gegen 11:00 ist dann  edauerlicherweise unser Internet abgestützt, es kam nämlich unverhofft ein Technikmensch und wir waren den ganzen Tag nicht mehr zu erreichen... Haben dann mit den Jungs Kuchen gegessen und anschließend beim Bäume fällen geholfen...

Sogenannte Problembäume aus dem Gefecht zu setzen gehörte auch in den letzten Januarwochen zu unseren Hauptaufgaben. Dabei handelte es sich nicht nur um tote und an den Wurzeln vergammelte Bäume, sondern auch um einige Sturmschäden, welche in Folge von, wer hätte das gedacht, dem einen oder anderen mehr oder weniger starken Sturm (hier liegen die Meinungen ausseinander) verursacht worden waren.

Am letzten Wochenende dieses Monats bekam ich dann noch nachträchlichen, familiären Geburtstagsbesuch mit großem Windgenuss. Doch bevor Sie sich nun zu sehr in der Vergangenheit verlieren und währenddessen den Frühling verpassen, kehren Sie langsam zurück, atmen Sie nochmal tief ein und aus, wackeln Sie mit Ihren

Zehen und strecken Sie sich einmal kräfig. Wenn Sie wieder ganz bei sich angekommen sind, öffnen Sie die Augen und fahren Sie fort wobei ich Sie unterbrochen habe.


 Dezember

 Schwupsdiwups ist der Dezember auch schon wieder um und das neue Jahr hat begonnen.

Ist jetzt vielleicht ein bisschen übertrieben, aber wir sind jetzt einfach schon fast ein halbes Jahr hier „uiii!“:)

Aufgrund neuer Corona-Verordnungen, mussten wir uns in diesem Monat des Öfteren zum Arbeiten aufteilen. Helena war deshalb etwas häufiger mit dem Jungs unterwegs, als Delphine und ich.

Wir haben tatsächlich viele Tage in der Werkhalle verbracht.

Delphine und ich haben hier ganz fleißig Schilder von alten Wegweisern abgeschliffen und die Schriftzüge nachgemalt. Als wir dann erstmal einen guten Rhythmus gefunden hatten, ging das auch echt flott und so wurden die alten Dinger in schicke, wie neu aussehende Schilder verwandelt. Damit es auf Dauer nicht langweilig wurde, hörten wir Musik und haben ordentlich abgedanced. Oh je...Wenn man uns dabei beobachtet hätte, dann hätte man wohl auch denken müssen, dass wir einen an der Waffel haben! Naja...dann wurde noch weiter im Takt der Musik geschliffen und beim Malen konnten wir kaum unsere Hände still halten, was ab und zu auch dazu geführt hat, dass wir ein bisschen übergemalt haben, aber alles halb so wild...sah trotzdem letztendlich ziemlich vernünftig aus:)

 

Wie ihr ja sicherlich wisst, sind wir ja überwiegend noch in anderen Naturschutzgebieten, außerhalb der Birk unterwegs. Diesen Monat war das nicht so, diesmal mussten noch einige Dinge bei uns erledigt werden. Zu unserer absoluten Freude waren einige Abwasserrinnen auf ein paar Wanderwegen der Birk verstopft. Ihren Job, das Wasser von den Wegen wegzuleiten, erfüllten sie nicht mehr allzu gut... und so war es unsere Aufgabe, den ganzen Schlamm aus den Rinnen rauszuprokeln. Mit Werkzeug ausgestattet, haben wir uns dann mit den Jungs auf den Weg gemacht und versuchten auf verschiedene Weisen, irgendwie die Rinnen von dem ranzigen „Schlonz“ (so nannten wir es herzlich) zu befreien. Bei der Mehrheit der Rinnen ging es leider eher schleppend voran, bei anderen hingegen „lief“ es im wahrsten Sinne des Wortes richtig gut! Sie zu säubern, reichte aber allein nicht aus, denn das Wasser musste ja auch noch irgendwo hinfließen und damit es das konnte, haben wir noch einige Gräben weiter ausgebuddelt und freigemäht. Als wir dann mit dem Pick- Up von Rinne zu Rinne gefahren waren, hatte sich unser Anhänger dann noch kurz von der Anhängerkupplung verabschiedet, sodass er (aus welchem Grund auch immer) auf einmal nicht mehr am Pick-Up hing und wir für kurze Zeit ohne ihn weiter gefahren waren. Das bemerkten wir aber zum Glück ziemlich schnell und das Problem wurde behoben.

Joa unsere Schuhe sahen am Ende des Tages auch echt schick aus und brauchten dementsprechend erstmal eine Dusche (und wir auch).

Da einige Rinnen morsch waren und ein paar Holzklötze, welche die Rinnen auseinanderhalten sollen, fehlten, sind wir drei dann nochmal allein los. Wir machten uns mit einer Liste in der Hand auf den Weg und haben dann immer notiert, wie viele Klötze fehlen und ausgetauscht werden müssen. Daraufhin konnten wir dann mit der Kreissäge, Holz in Stücke zuschneiden. Am nächsten Tag wurden diese eingesetzt und festgebohrt. Damit war die Rinnen-Tragödie dann endgültig beendet.

Helena hat mit den Jungs noch ein paar Zäune aufgebaut und hat mit Schwarzdorn gekämpft. Stefan hatte davon nämlich einige Büsche abgesägt und Helena hatte die ehrenvolle Aufgabe, diese auf die Ladefläche des Anhängers zu verfrachten. Die Äste wollten aber überall hin, nur halt leider überhaupt nicht dahin, wo sie es wollte. Sehr widerspenstige Biester!

 

Nebenbei sitzen wir gerade an einem Projekt. Es soll nämlich ein spezieller Birk- Flyer entstehen, der nur die Tiere, Pflanzen, etc. der Birk darstellt. Und da Delphine und ich sehr gerne malen, haben wir uns überlegt, dass wir ja alles selbst malen könnten. Diesen Gedankengang setzten wir dann auch relativ zügig in die Tat um. Unser Vorhaben ist zwar zeitaufwendig, macht uns aber ziemlich viel Spaß. Helena kümmert sich dann um das Informationsmaterial, denn Infotexte gehören ja schließlich auch dazu.

 

In diesem Monat durften wir außerdem Bagger fahren und haben „Privatstunden“ von Uwe bekommen, in denen wir mal ein bisschen was ausprobieren konnten. Wie man mit einem Bagger Karussell fährt, das hättest du uns vielleicht lieber nicht zeigen sollen, Uwe, denn wir sind bekanntlich leicht begeisterungsfähig und schon wurden sich ein paar Runden im Kreis gedreht. Das macht Spaß, aber Achtung, nicht zu viele Runden, sonst wird einem dezent schwindelig!

 

Unsere Abende haben wir oft zusammen mit Stefan in der Werkstatt ausklingen lassen. Es wurde fleißig mit Holz rumgewerkelt und er hat uns Tipps und Tricks gezeigt. Helena sagte ja schon im letzten Blogeintrag, dass das Wetter in diesem Monat eher ungemütlich war. Deshalb waren wir mit der Idee, viel Zeit in der Werkstatt zu verbringen, auf jeden Fall einverstanden. So verbrachten wir ein paar Tage sogar manchmal noch nach Feierabend, bis 21 Uhr in der Werkstatt und haben dort ordentlich Krach gemacht. Es hat sich echt gelohnt, denn am Ende konnten wir dann selbstgemachte Weihnachtsgeschenke aus Holz in den Händen halten. Helena hat zum Beispiel ein Vogelhäuschen (das könnt ihr unten sehen) selber gebaut. Ich finde, dass es echt total schön geworden ist!

Da wir jetzt gerade schon beim Thema Weihnachten sind…

Die lang ersehnte Weihnachtsfeier zusammen mit Uwe, Thomas, Stefan und Nils stand endlich an. Da es mal wieder Currywurst und Pommes geben sollte, unser Lieblings-Imbiss aber nicht auf hatte, mussten wir uns halt selber weiterhelfen. So haben wir Pommes frittiert und Würstchen gebraten und schon wurde die Station schnell zu einem eigenen Imbiss, dessen Geruch auch so schnell nicht wieder aus den Klamotten verschwand. Danach haben wir noch zusammen einen Film geschaut, welcher mal wieder voll unserem Humor entsprach :) Ein sehr schöner Abend!

 

Am nächsten Tag stand nochmal ein abschließender Weihnachtsputztag an.

Helena durfte nochmal schön die Dienstfahrzeuge auf Hochglanz bringen und Delphine und ich haben ebenfalls harte Arbeit geleistet, denn die Station musste natürlich von außen noch aufgehübscht werden, bevor es in die wohlverdiente Weihnachtspause ging. So haben wir dann Laub aus dem Kies vor der Station gekratzt und das war seeehr unbefriedigend, weil man danach irgendwie kaum einen Unterschied gesehen hat. Im Beet daneben sah es dann aber deutlich besser aus und wir haben sogar noch ein paar Glückscents gefunden. Hat sich also doch noch gelohnt.

 

Den Tag drauf hieß es dann erstmal Abschied nehmen, denn für uns drei ging es über Weihnachten und Neujahr nach Hause. Inzwischen sind wir aber schon wieder vereint und freuen uns auf ein spannendes und ereignisreiches Jahr 2022!

Bis bald!

November

 

Also… Nachdem Delphine ihren Blogeintrag erst Ende November hochgeladen hat, habe ich mir wirklich seeehr doll vorgenommen, meinen pünktlich fertig zu stellen: Ich würde mal sagen Mission erfolgreich gescheitert!

Dann bekommt ihr ihn, zusätzlich verzögert durch unsere Ferien, zum Neujahrsanfang, ist doch auch schön oder?

 

Der November selbst hat für mich persönlich wirklich toll angefangen: Meine Familie war zum ersten Mal zu Besuch und das zum optimalen Zeitpunkt. Bei wunderschönstem Wetter, das zu dieser Zeit definitiv nicht mehr selbstverständlich war, haben wir mit unseren klapprigen Rädern die Birk erkundet und dabei einen Besuch bei den Wildpferden natürlich nicht ausgelassen.

 

Außerdem haben Finja und ich eine schon lang ersehnte Reitbeteiligung gefunden und was soll ich sagen, sie ist einfach perfekt! Wir dürfen kommen wann wir wollen und mit ihnen arbeiten was wir wollen, Hauptsache wir helfen mit und die beiden werden bewegt :)

Natürlich gab es auch für Delphine eine tolle Neuigkeit in diesem Monat, sie hat ein, zugegebenermaßen für sie ein bisschen zu großes, Akkordeon ausgeliehen bekommen und jetzt beglückt sie uns nicht mehr nur noch mit wunderschönen Cellostücken sondern zusätzlich mit selbstbeigebrachten Akkordeon Einlagen. Das ist kein Spaß, sie hat sich das wirklich super schnell selbst beigebracht und weiß jetzt größtenteils welche Tonarten mit welchen Knöpfen zu bedienen sind. Bevor ich hier zu viel über unsere Freizeitaktivitäten berichte und ihr noch denkt auf der Arbeit sei nichts Spannendes passiert, hier die Richtigstellung, das stimmt nämlich ganz und garnicht:

 

Finja und Delphine haben in der Woche in der ich Besuch hatte ihren großen Motorsägenschein gemacht und obwohl sie sich als die einzigen weiblichen Teilnehmerinnen gegen eine Überzahl Männer durchsetzen mussten, haben sie mit Bravour bestanden!

 

Ich selbst habe den Schein dann in einem Einzel-Intensivkurs, den die Jungs mir besorgt haben, nachgeholt und ebenfalls bestanden :) Ich finde wir können wirklich stolz auf uns sein, denn ich bin mir sicher, dass es nicht viele Mädchen oder junge Frauen in unserem Alter gibt, die das Recht und die Fähigkeiten dazu besitzen schon alleine Bäume zu fällen und zu verarbeiten!

 

Natürlich sind wir noch lange keine Profis und ich bin, bei der Frage ob ich besser einen Fächerschnitt, an Stelle eines Zwei-Drittel-Schnitts anwenden sollte, immer noch sehr dankbar wenn Jemand dabei ist den ich fragen kann und der mir im Notfall auch Hilfestellungen gibt. Aber genau für so einen Fall haben wir ja auch Stefan, Uwe und Thomas die uns noch ihre Tipps und Tricks beibringen werden. Jeder fängt igendwann mal an…

 

Natürlich mussten im November auch andere Arbeiten erledigt werden, unter Anderem auch am Winderatter See. Neben ein paar ungewollten Rutscheinlagen mit unserem Pick-up, ist mir vor allem ein Einsatz in Erinnerung geblieben, bei dem wir unter strenger Aufsicht einer Kuhherde Mahdgut zusammenforken durften. Als dann doch ein Ochse aus der bunt gemischten Herde (neben den für hier oben typischen Gallowayrindern, bestand sie noch aus zwei übrig gebliebenen Highländern und einer zugelaufenen Angeliterkuh) zu neugierig wurde und voller Freude anfing unsere sorgsam geschichteten Haufen mit seinen langen Hörnern auseinander zu nehmen, musste Stefan dann leider doch seine Stierkampfkünste unter Beweis stellen und den vorwitzigen Highland Ochsen forkenschwingend vertreiben. Ich hatte derweilen sehr viel Spaß dabei zu versuchen die sonst recht scheuen Tiere zu streicheln und mit dem Kettendumper über die gemähte Wiese zu sausen.

 

Das aufregenste Ereignis im November war jedoch mit Abstand die alljährliche Pferdeeinfangaktion auf der Birk! Dabei werden die neuen Fohlen gechipt und erhalten eine Wurmkur. Die älteren Koniks werden auf Verletzungen oder sonstige Auffälligkeiten untersucht. Zu meinem Erstaunen verlief die gesamte Prozedur beinahe reibungslos, ob das jetzt an der Routiniertheit der Menschen oder Pferde lag kann ich nicht sagen, aber bis auf das Steckenbleien eines übermütigen Fohlens unter einer Absperrung (was sehr schnell und ohne bleibende Schäden zu verursachen behoben wurde), gab es keine nennenswerten Zwischenfälle. Insgesamt wurden sechs Großpferde und zwei Jungpferde an Privatbesitzer und andere Naturschutzgebiete verkauft, wozu leider auch mein Lieblingsfohlen Zora gehört… Die Ställe in welchen die Pferde zukünftig untergebracht werden, sind sorgsam ausgewählt und kontrolliert, sodass sichergestellt ist, dass es ihnen auch in Zukunft gut ergehen wird. Der Verkauf ist nötig, da es sonst irgendwann zu viele Pferde für die Flächen der Birk werden und wir die Futterknappheit verhindern müssen. 

 

Gegen Ende des Monats organisierten wir ein Treffen mit dänischen Naturschützern, die sich für unsere Arbeit und speziell für den Brielmaier interessierten. Als Delphine, Finja und ich in einer Pause noch schnell die Wildpferde kontrollierten, wurden wir freudig überrascht: Ketupa, eine Stute die schon während der Einfangaktion hochschwanger gewesen war, hatte nun endlich gefohlt! Ihr kleines Fohlen Martin sah zwar noch ziemlich zerknautscht aus, war jedoch schon relativ sicher auf den Beinen, weshalb wir davon ausgehen, dass es zu dem Zeitpunkt vermutlich bereits ungefähr einen Tag alt war. 

 

Mit diesem wunderschönen Anblick endete unser erlebnisreicher November auch schon und der Dezember begann mit sehr wüstem und nassem Wetter…. Davon wird euch Finja aber berichten:)

 

Oktober

 

Für diesen Monat habe ich, Delphine, die Ehre den Blogeintrag zu schreiben und es ist wirklich viel passiert !

Der Sommer ging zu Ende und der Herbst hat mit morgendlichen Nebelschwaden und glitzernden Tautropfen auf verblühten Stauden Einzug gehalten. Zur großen Freude Helenas, die, ganz verzaubert von jenem schönen Anblick, auf Fotojagd zog, während wir Anderen noch unseren morgendlichen Kaffee tranken. Als sie einige Zeit später durchnässt wieder zu uns zurückfand, bereuten wir es alle sehr, ihre versehentliche Begegnung mit dem sumpfigen, nach Jauche stinkenden Graben, nicht miterlebt zu haben !

Als wir uns genügend amüsiert hatten galt es, kreativ zu werden und so steckte Helena wenig später in zu großen Handschuhen statt in Socken und in einer viel zu weiten Schnittschutzhose, welche sie mit einem ihrer Schnürsenkel zusammenband.

 

Willkommen auf den Feuchtwiesen in Süderbrarup !

Hier verbrachten wir viele weitere Tage, indem wir mit dem Brielmeyer und Freischneidern über die Flächen wüteten, alles kurz und klein mähten und anschließend das Mahdgut mit Forken auf die Ladefläche des Kettendümpers stapelten. Bei dieser nicht sonderlich Vergnügen bereitenden Tätigkeit kam ich als « Stampfi » zum Einsatz. Ich durfte also immer wie ein Rumpelstilzchen auf der Ladefläche herumstampfen und das Mahdgut in Form bringen. Noch nie habe ich so motiviert meine Knie zum Bauch gezogen und auf eine weiche Matte eingestampft wie dort oben auf dem Gras, meine Sportlehrer währen stolz auf mich gewesen !

Als wir vom Forken und überraschenden Regengüssen mit Hagelbeilagen langsam genug hatten, kam uns das anstehende Seminar wie gerufen. An dieser Stelle muss ich vielleicht erwähnen, dass wir während unseres FÖJ`s 5 solcher Seminare haben. Sie gehen jeweils eine Woche lang und behandeln immer ein vorher gewähltes und von ca. 8 Personen vorbereitetes Thema.

 

Und wer hätte das gedacht, wir haben uns alle drei für die Vorbereitung des ersten Seminars gemeldet. Das bedeutet, wir hatten auch schon Wochen vorher gut zu tun uns mit den anderen Vorbereiterinnen (ja, es waren nur Mädchen), ein Konzept zu überlegen unsere 17 Mit-FÖJler*innen zum Thema « Konsum und Lebensstile » zu bespaßen und zum Denken anzuregen.

So haben wir uns also mit unserem momentanen Lebensstil auseinandergesetzt, anhand unseres ökologischen Fußabdruckes eine Idee bekommen, was wir als Einzelperson verbessern können und uns mit dem Thema Minimalismus beschäftigt. Wir haben eine Exkursion nach Haithabu ins Wikingermuseum gemacht und uns deren Lebensstil angeschaut und am Ende versucht mit wenig Geld ein Essen aus möglichst plastikfreien, veganen Biolebensmitteln zu kochen (es lohnt sich das auszuprobieren, man kommt erstaunlich weit!) und einen Upcycling/Selbermachtag veranstaltet.

Insgesamt konnten wir aus der Woche denke ich viele Anregungen und Motivationen mitnehmen, welche die Verbesserung unseres Persönlichen Konsum- und Lebensstiles betrifft.

 

Wieder in Falshöft angelangt standen uns große Mäharbeiten bevor. Wir mussten bis ins Nichts an die dänische Grenze fahren, um dort unter einigen Umständen vier Brutinseln vom Schilf zu befreien.

Bereits das Übersetzen auf die Inseln gestaltete sich abenteuerlich. Wir hatten zwar ein Arbeitsfloß als Transportmittel, welches sogar mit einem Außenbordmotor ausgestattet ist, man hinterfragt jedoch recht schnell die Effizienz des Geräts in diesem Bereich, wenn bereits nach der ersten Überfahrt der Motor den Geist aufgibt und der Wind beinahe den Kampf um die Fahrtrichtung gewinnt.

Mit vereinten Kräften, verkleidet als Watthosenmatschmonster und mit ordentlichem Geschimpfe und Gefluche haben wir unsere hiesige Aufgabe jedoch gut gemeistert. Nach zwei Tagen, die jeweils um 07:30 Uhr begannen und um 21:30 Uhr endeten, hatten wir das Schilf der vier Inseln gemäht, abwechselnd in Schwaden und auf Haufen geforkt und am Ende sogar ein Vogelnest mit zwei verlassenen Eiern, sowie ein Vogelgerippe daneben gefunden !

 

Helena hat sich am zweiten Tag mit einer dicken Erkältung ins Bett gelegt (ja, wir können es alle bezeugen, sie war wirklich krank, auch wenn sie das selber am liebsten ignoriert hätte).

Pünktlich zu Helloween war sie aber wieder fast gesund und das war auch gut, wir hatten nämlich Besuch mit Verkleidung, Gruselfilm und nächtlichem Ausflug geplant. Hier möchte ich anmerken, dass hier oben Helloween zwar sehr verpöhnt wird, wie uns oft genug unter die Nase gerieben wurde, aber wir hatten trotzdem große Lust uns zu verkleiden und so hatten wir hier bald eine Versammlung aus einer Baroness, einer Dienstmagd, einer Wahrsagerin und einem Hofnarr mit irrem Grinsen.

 

Insgesamt haben wir diesen Monat sehr viel erlebt und es gab einiges zu lachen, manchmal so viel, dass innerhalb eines Lachanfalls von Finja versehentlich die Hupe betätigt wurde und sie anschließend vorerst aufs Fahren verzichten musste, weil sie dank beschlagener Brille nichts mehr sehen konnte.

So und jetzt schicke ich diesen Eintrag zum Oktober endlich mal ab, wie sagt man so schön :

besser spät als nie;)

 

September

 

- Der zweite Monat auf der Birk -

So… Helena hat euch ja schon ausgiebig über den ersten Monat auf der Birk berichtet. Wir haben echt schon viel erlebt!

Diesmal bin ich an der Reihe und möchte euch einen kleinen Einblick in den September geben.

Aber zuerst stelle ich mich einmal ganz kurz vor:

 

Ich bin Finja, bin 19 Jahre alt und komme aus Niedersachsen, genauer gesagt aus einem kleinen Dorf namens Katlenburg, aber das wird wahrscheinlich eh niemanden etwas sagen:) Genau wie Helena, war ich noch nie länger als zwei Wochen von zu Hause weg.

Fangen wir an...

Anfang des Monats ging es um eine Noorhalbinsel nahe der Mühle Charlotte. Das ganze Schilf sollte abgemäht werden, also haben wir uns gleich auf den Weg gemacht und haben mit den Freischneidern losgelegt. Das war ziemlich anstrengend und das Schilf ist ständig auf einen drauf gefallen, wenn man es abgemäht hat. Zudem war es an einigen Stellen total sumpfig und es war daher ein Krampf sich mit den Freischneidern durch das abgemähte Schilf und den sumpfigen Boden zu kämpfen, um wieder zurück an den Benzinkanister zu kommen.

Dann hat Thomas noch mit dem Brielmaier gemäht, das Gerät ist wirklich faszinierend… Wie der Brielmaier aussieht, das seht ihr auf einem Foto unter diesem Blogbeitrag. Delphine durfte ihn nämlich auch mal fahren und sie meinte, dass es super viel Spaß gemacht hat.

Unsere zweite größere Arbeitsstelle war in Böxlund, nahe der dänischen Grenze. Dort haben wir in einem sehr schönen Gebiet gearbeitet. Es ging darum, Adlerfarn abzumähen, der in diesem Gebiet reichlich vertreten war.  Also haben wir mal wieder mit den Freischneidern gemäht und Delphine hat anfangs gemulcht. Ich habe mich dann auf einen Berg begeben. Meiner Meinung nach war das die anstrengendste Stelle zum Mähen. Da ich aufgrund der Steigung ständig den Freischneider in Schräglage versetzen musste, ging das auch auf Dauer ganz schön auf die Arme. Als Entschädigung  dafür hatte ich aber definitiv die beste Aussicht von dort oben!

Von einem Mal war es dann aber noch nicht getan. Am Tag darauf waren die Jungs nochmal alleine dort, weil wir drei ein Onlinetreffen bezüglich des Seminars hatten. An dem Tag danach sind wir dann ein drittes Mal nach Böxlund gefahren, um den ganzen Adlerfarn zusammenzutragen und unsere Arbeit an diesem Ort zu beenden. Zum Schluss haben wir noch Mirabellen (vom Mirabellenbaum, welcher dort stand und echt voll mit Mirabellen war) gepflückt und haben daraus Streuselkuchen und Muffins gemacht, die dann am nächsten Tag gegessen wurden:)

Einige Tage später ist über das gemähte Gelände eine Wanderherde mit Schafen und Ziegen gelaufen. Das war sehr spannend zu beobachten und ja... die waren zu dem auch noch richtig süß! Wir waren sehr fasziniert, wie gierig die Herde auf die Traubenkirschen waren. Die Herde hat  einen guten Job gemacht, denn wir waren gerade sowieso dabei, die Traubenkirschen zu „ringeln“ (am unteren Teil des Stammes Rinde entfernen). Die Traubenkirsche stirbt dann langsam ab, was  bis zu 3 Jahre dauern kann; also ein sehr langsamer Tod.

Helena und ich haben zudem in diesem Monat unsere erste Wildpferdeführung gemacht. Das hat echt Spaß gemacht! Und wer hätte es gedacht, wir haben die Pferde sogar gefunden, was auf diesem riesigen Gelände gar nicht so einfach ist:) Top...

 

Ein neues Filmteam war mal wieder da. Gefilmt wurde in Oehe Schleimünde.

 

Delphine wollte eigentlich auch gerne dabei sein, nur leider hatte sie sich am Vortag einen Weißdorn in den Finger gerammt und musste zum Arzt und sich dann erstmal schonen. Helena und ich mussten mit den Freischneidern Kartoffelrosen mähen und durften dann noch mit dem Frontlader Pfähle von einem alten Zaun herausreißen, das war total cool!

 

Dann haben wir fertig gemäht, Uwe hat mit dem Trecker gemulcht und wir standen sehr oft vor der Kamera. Es soll ein Imagefilm über die verschiedenen Stationen werden, der wahrscheinlich Ende des Jahres rauskommt. Das Wetter war leider alles andere als schön, und es hat die meiste Zeit geregnet. Also wirklich „super Wetter“ zum Filmen.

Am Ende des Monats stand noch Müllmonitoring für uns an; das heißt, wir haben an bestimmten Strand- Abschnitten (je 100m) auf der Birk nach Müll jeglicher Art gesucht. Dabei wurde jeder einzelne Algenhaufen und Sonstiges abgesucht. Der Müll, den wir dann gesammelt haben, wurde anschließend sortiert und in eine Liste eingetragen und am Tag danach noch abgewogen.

 

Was auch noch ganz wichtig ist:

Der erste „Tatortreiniger- Abend“ stand endlich für uns an. Es wurden Pommes bestellt und dann ging`s los. Wir saßen zusammen mit den Jungs auf dem Flur und haben ein paar Folgen der Serie geguckt, das war echt ein witziger Abend. Der nächste Termin ist deshalb auch schon in Planung ;)

Im September ist also auch wieder einiges passiert, aber ein paar faule Tage waren zwischendurch trotzdem mal drin :)

Das schöne Wetter lässt nun langsam nach und die Regenkleidung muss jetzt öfter mal ran!

Und auch ich muss es einfach nochmal sagen: ich bin dankbar, dass wir so tolle Kollegen haben. Die “Jungs“ sind einfach die besten!!

 

Also dann bis bald... und immer schön dran bleiben, damit ihr nichts verpasst!

Finja

- Der erste Monat auf der Birk -

 

also...wie ihr euch vielleicht denken könnt, sind wir die drei neuen FÖJ´lerinnen hier auf der Birk.

Wir sind Delphine, Finja und Helena (ich schreibe gerade) und wir wollen euch, so wie unsere Vorgänger, auch in diesem Jahr ein bisschen mitnehmen und von unseren Birk- Abenteuern erzählen:)

Ich denke wir werden uns mit den Blogeinträgen abwechseln... und da ich gerade an der Reihe bin, kann ich die Gelegenheit ja gleich erst einmal nutzen um mich ein bisschen vorzustellen.

Wie bereits erwähnt heiße ich Helena, ich bin die jüngste von uns Dreien, denn ich bin hier oben erst 18 geworden, worüber ich ziemlich froh bin, denn jetzt darf ich unsere Dienstfahrzeuge und sogar Trecker fahren:)

Ich komme aus Süddeutschland, genauer gesagt von der Schweizer Grenze. Vor diesem FÖJ war ich noch nie länger als eine Woche von zu Hause weg. Falls jemand von euch Interesse an einem FÖJ hat, aber Bedenken hegt sehr stark Heimweh zu bekommen, kann ich euch beruhigen: Natürlich denkt man ab und zu an seine Familie, würde sie gerne in den Arm nehmen oder von Angesicht zu Angesicht mit ihnen reden (zumindest geht es mir so), aber für mehr hat man schlichtweg keine Zeit.

Wir fangen morgens um 8 Uhr an zu arbeiten und hören frühstens um 16 Uhr wieder auf - meistens machen wir noch Überstunden, was wirklich überhaupt nicht schlimm ist, weil die Arbeit echt super viel Spaß macht und man sich die Überstunden auch zu den Urlaubstagen dazu rechnen kann. Danach kommt man nach Hause, hat vermutlich noch Einkäufe oder andere organisatorische Dinge zu erledigen. Manchmal möchte man auch so nochmal nach den Wildpferden sehen. Dann muss gekocht werden (diesen Teil zelebrieren wir besonders ausgiebig, weil wir Essen einfach über alles lieben!) und dann essen wir zusammen, verquatschen uns dabei, müssen später wieder alles aufräumen und putzen und wenn man dann noch Zeit zum lesen und Filme schauen hat, hat man echt Glück gehabt. Was ich eigentlich damit sagen will ist, dass man abends so müde ist, dass man nur noch erschöpft und zufrieden ins Bett fällt und sofort weg ist.

 

Alleine im August haben wir schon 90 Tonnen (ja wirklich!) Wasserbausteine geschleppt, natürlich mit der Hilfe von Stefan (Steffi), Uwe (Üwi) und Thomas (Tommi), und haben damit ein Brückenfundament auf Holnis (Naturschutzgebiet, dass wir unter anderem betreuen) erneuert und die Abbruchkante eines Deichs auf der Birk stabilisiert.

Dabei durften wir auch Trecker fahren, was ziiieeemlich cool war. Eine Arbeit die ich auch echt gerne mache, ist Freischneiden. Das machen wir tatsächlich auch ziemlich oft und auch wenn es nach einigen Tagen echt an den Kräften zehrt, freuen vor allem Finja und ich uns jedes Mal darauf. Delphine freut sich mehr auf den Mulcher, aber ich wette, dass sie davon noch selbst erzählen wird. Unsere Arbeit auf Holnis sieht man auch in einem NDR Beitrag, aber der ist uns tatsächlich ein bisschen peinlich, weil nur Szenen drin sind, in denen wir unnötig daneben stehen und nicken…

Zu unserer Stelle kommen aber anscheinend häufiger Filmteams, weil sie halt einfach so schön ist!

 

Es gibt sogar einen Beitrag nur über das FÖJ, der meiner Meinung nach ziemlich empfehlenswert ist, er heißt „ Ab in die Natur- Abenteuer Ökojahr/ nordstory “.

 

Ende August hatten wir dann unser erstes von 5 Einführungsseminaren. Eigentlich war es ganz cool, wir haben viele Spiele gespielt, diskutiert und uns unter anderem auch über unsere Einsatzstellen unterhalten, wobei mir aufgefallen ist, dass wir meiner Meinung nach und ohne angeben zu wollen, wirklich die beste Stelle von allen abbekommen haben:)

Bei uns ist nicht nur die Arbeit unglaublich spannend und abwechslungsreich… Tommi, Steffi und Üwi sind uns auch jetzt schon echt ans Herz gewachsen und zusammen mit meinen Mädels hier, sind sie wie eine kleine Ersatzfamilie für mich!

 

Mit Steffi sind wir unter anderem bereits das ein oder andere Mal auf Flohmärkte gegangen und haben coole Sachen abgestaubt (einen nagelneuen Wok mit Zubehör für 1,50 €!!!). Außerdem zeigt er uns alle Insider hier in der Nähe und führt uns in die Dorfgemeinschaft ein (was zugegebenermaßen zu Beginn etwas viel war alles). Und mit Üwi waren wir schon Motorboot fahren… im Sonnenuntergang und wir haben dabei ganz viele Schweinswale gesehen, das war wirklich zauberhaft!

 

Ich bin echt gespannt wie es im Winter ist, wenn die ganzen Touristen weg sind und wir vermutlich nicht mehr soo viel zu tun haben, obwohl da auch noch einige Projekte auf uns warten.

Wenn ihr genauso neugierig seid, wie ich und wissen wollt, wie es mit uns weitergeht...

 

bleibt dran, ich würde mich freuen!

Helena

 



 Der letzte Monat auf der Geltinger Birk

 

Es ist 7:30 am Morgen. Ich bin seit drei Stunden wach. Lotta umarmt mich, ich schaue ein letztes Mal Luke an, der weiße Bus fährt los, ich dreh mich um und plötzlich haut mich das Gefühl des Alleinseins um. Ich stehe alleine auf der Straße und gehe langsam in die Wohnung zurück. Die leer ist. Ja, denn auch für uns hieß es heute Abschied nehmen. Bevor wir uns dem wieder widmen, lassen wir den restlichen Juli doch einmal Revue passieren. Pünktlich zum Monatsanfang kam ich (Finnja) aus meinem Urlaub wieder. Das war auch wirklich dringend notwendig, weil zwei Tage später bereits unsere Abschiedsparty für die Seminargruppe starten sollte. Neben unseren Mit-Föjlern waren auch einige von unseren Freunden von zu Hause da. Das machte die Party noch viel besser, als sie ohnehin schon war. Gemeinsam verbrachten wir noch ein schönes restliches Wochenende am Strand, bevor meine Freunde wieder gefahren sind (Hannahs waren natürlich noch da ;) ). Lotta und ich haben es auch endlich mal geschafft, unsere Freunde in Schleimünde zu besuchen. Davon sprechen wir schon fast ein ganzes Jahr... Naja am Ende haben wir´s ja noch geschafft. Zuerst haben wir die Vögel im Schutzgebiet beobachtet und sind dann mit der Schlei Princess gefahren. Am selben Tag sind wir nochmals Boot gefahren, dieses Mal mit Uwe. Der Tag war nahezu perfekt. Gearbeitet haben wir auch noch, auch wenn sich das hier nicht so anhört. Auf dem Außendeich haben wir einige Kartoffelrosenfelder beseitigt. Die Kartoffelrose ist eine sehr invasive Art, die alle heimischen und seltenen Pflanzen vertreibt. Aus diesem Grund versuchen wir ihre Ausbreitung einzudämmen, was sich schwierig gestaltet, da ihre Wurzeln (gefühlt) unendlich lang sind. Trotzdem haben wir unser Bestes gegeben. Nachdem die Rosenaktion abgeschlossen war, haben wir angefangen einen neuen Zaun zu bauen. Der Boden ist sehr hart, da fühlen sich 80cm tiefe Löcher an, als wir würden den Erdkern freilegen wollen. Gegen Ende hat Uwe uns mit dem Trecker geholfen und wir sind gut vorangekommen. Hannah und Lotta haben diesen Monat ihre erste eigene Pferdeführung übernommen, das hat super geklappt.

 

Neben der Arbeit ist auch viel im Privaten passiert. Ich war auf Wohnungssuche in Flensburg, bin fündig geworden, Freunde von zu Hause waren zu Besuch, endlich besuchten wir Dänemark, gemeinsam als Seminargruppe trafen wir uns auf dem Naturerlebnishof Helle und verbrachten dort unseren letzten gemeinsamen Tag zusammen und schlussendlich gaben wir am 24.7 unsere Abschiedsparty für die Erwachsenen. Rundum war der ganze Monat durch Stress geprägt, weil Partys sich nicht selbst organisieren, Wohnungen warten nicht exakt auf dich und sein persönlicher Kram packt sich nicht alleine in Umzugskartons. Irgendwie war der Juli nur zwei Tage lang und es ist bei uns noch nicht angekommen, dass wir am Montag nicht gemeinsam zur Arbeit gehen. Gehen ist das richtige Stichwort. Wie geht es jetzt weiter?

 

Ich habe eine Wohnung in Flensburg und beginne eine Ausbildung zur Kauffrau im E-Commerce (elektronischer Handel) in Wees. 

Lotta wohnt nun für kurze Zeit zu Hause, studiert dort Biowissenschaften und zieht danach in eine eigene Wohnung.

Hannah ist ebenfalls zu Hause und studiert danach Landschaftsarchitektur.

Es ist sehr verrückt, jetzt nicht mehr jeden Tag zusammen zu sein und seinen Platz jemand anderem zu überlassen. Ob wir den richtigen Weg gewählt haben, das wird sich definitiv noch zeigen. Richtig war auf jeden Fall, die ganzen Erfahrungen des FÖJs mitzunehmen, die Guten und vor allem die Schlechten. Ich schätze wir sind daran gewachsen, ohne es wirklich zu merken. So wie wir gekommen sind, gehen wir definitiv nicht wieder nach Hause. Wir drei waren und sind so unterschiedlich, ich glaub, jeder konnte vom Anderen etwas lernen, weil man sich mal aus seiner „Freunde-Komfortzone“ bewegt hat. Ich bin sehr, sehr dankbar für alles, was passiert ist.


 

Der Juni auf der Geltinger Birk

Vorab: Irgendwie gibt es gar nicht so viel zu berichten, obwohl unendlich viel passiert ist. Aber der Reihe nach: Ende Mai startete meine (Finnjas) Deutschlandtour. Ich war in Münster, Köln, Kenn, Trier, Luxemburg Stadt, bei Hannah im Dorf zu Besuch, in Mannheim, Heidelberg und schlussendlich Frankfurt. Die zweite Juniwoche verbrachte ich zu Hause, wo prompt mein geliebtes Auto kaputtgegangen ist. Alles kein Drama, aber drei Tage später wollten meine Eltern in den Urlaub, dementsprechend war es ein wenig stressig. Zum Glück konnte ich Mamas Auto benutzen! So kam ich abends mit Hannah und Alex aus Schleimünde in Falshöft an. Im Kopf waren wir alle auf Sylt, da das letzte Seminar anstand, welches normalerweise auf Sylt stattfindet. Das ist natürlich schade, lässt sich aber nicht ändern. Nach fünf Tagen in Falshöft habe ich direkt meine Koffer gepackt und bin in die Landeshauptstadt. Berlin! Dort habe ich mein Ökiglück mit Maike gemacht, die ihr eventuell noch vom Maiblog im Sinn habt. Ich war im Leibniz Institut für Zoo- und Wildtierforschung. Zusammen haben wir die Nacktmullabteilung betreut. Ebenso arbeiteten wir im Büro und haben Impfbücher digitalisiert. Während des Aufenthaltes habe ich Lottas Familie in Potsdam besucht und wir hatten unendlich viel Spaß, endlich konnte ich Sanssouci sehen. Von Berlin bin dann in die Pfalz gefahren, um auf einen Geburtstag von Hannahs Freunden zu gehen. Von dort fuhr direkt nach Föhr, um Lilith und Nils zu besuchen und ihre Einsatzstelle anzusehen. Es war wirklich interessant, für mich selbst allerdings nicht das Richtige.

 

Währenddessen war Jakob aus Berlin bei uns in Falshöft. Er absolviert sein FÖJ in Berlin. Bei uns hat er ein einseitiges Ökiglück gemacht und kam sofort mit jeglichen unserer Maschinen in Berührung. Zusammen mit Lotta und den Jungs aus der Station arbeiteten sie in Bockholmwik einige Tage lang.

 


 

Der Mai auf der Geltinger Birk

 

Anfang Mai begrüßten wir Maike, Finnjas Ökiglück-Partnerin aus Berlin, bei uns auf der Birk. Sie kommt aus Wiesbaden und macht ihr FÖJ im Leibniz- Institut für Zoo- und Wildtierforschung. Zusammen mit ihr haben wir auf Holnis Schilder und Tore aufgebaut und die Plane gegen die Kartoffelrose neu gerichtet. Außerdem haben wir über mehrere Tage verteilt den Birkerlebnistag für die Grundschule in Gelting veranstaltet. An verschiedenen Stationen konnten die Kleinen viel über die heimische Flora und Fauna lernen. Am Ende gab es selbstverständlich einen Schatz zu entdecken.

Zwischendurch wurden einige neue Fohlen geboren, welche alle putzmunter sind. Bei unserem Stationsleiter Nils sind Lämmer zur Welt gekommen, die Lotta und Finnja prompt besucht haben. Leider ist deren Mutter verstorben, weswegen die Lämmer mit der Flasche aufgezogen werden müssen.

Außerdem haben wir einen kleinen Zaun auf der Charlottenseite gebaut und in Flintbek, der Zentrale, neue Fyler abgeholt. Unsere Ausstellung ist nun seit Mitte Mai wieder geöffnet und gern besucht.

Sehr viel ist im Mai nicht passiert, da wir alle drei im Urlaub waren und immer noch sind. Spannenderes wird es definitiv im Juni zu berichten geben!!

 

 

Der April auf der Geltinger Birk

 

Besser hätte der April eigentlich nicht starten können. Über Ostern hat der kleine Bruder von Lotta vorbeigeschaut und Lotta und Finnja besuchten einen FÖJ-Kollegen in Großsolt, weil er dort aktuell eine Ziegen- und Schafherde betreut. Und wer genau aufgepasst hat auf der Birk, dem ist aufgefallen, dass im Herbst jedes Jahr Schafe um die Birk ziehen, um sie zu beweiden. Eben diese Schafherde haben wir besucht. Es gab zahlreiche Lämmer, die herzzerreißend süß im Stall herumhüpften.

 

Dies ist aber bei weitem nicht der einzige Tierkontakt diesen Monat. Zusammen mit Charlotte, die ihren Bundesfreiwilligendienst in der roten NABU-Hütte auf der Birk absolviert, haben wir zwei „Better bird“-Zäune aufgebaut, damit die Vögel geschützt brüten können. Apropos Vögel: Natürlich waren wir auch wieder auf Holnis fleißig. Dort wurden noch Brutflöße repariert. Im Prinzip wie letzten Monat. Auf den Bruterfolg der Vögel warten wir noch, aber bei den Pferden kann man sich sicher sein, dass es läuft. Aktuell haben wir elf gesunde und muntere Fohlen, die freudig über die Birk staksen. Weiteres Aufsehen erregten auch die zwei Kegelrobben und Seehunde, die auf dem Einstrombauwerk bei Falshöft residieren. Sie lockten viele Besucher und Fotografen an, wurden aber, zum Glück, nicht belästigt und in Ruhe gelassen. Außerdem kam meine beste Freundin zu Besuch und wir hatten viel Spaß zusammen. Es war schön, wieder Besuch aus der Heimat zu haben. Sie war aber nicht der einzige Gast, der kam. Sat1 erschien, um einen Beitrag über die Koniks mit ihrem Nachwuchs zu filmen. Im Rahmen des Modellprojekts haben mich meine Eltern auch noch eine Woche besucht. Während viel auf der Birk los und zu tun war, liefen im Hintergrund die Vorbereitungen für das nächste Online-Seminar auf Hochtouren. Dieses stand unter dem Motto „Die vier Elemente“ und wurde interaktiv mit vielen spannenden Dingen gestaltet. Zum einen wurden Wasserfilter gebaut, wir machten selbst Feuer mit einem Stein und einer Feile. Außerdem gab es einen Papierfliegerweitflugwettbewerb (was ein Wort), einen Vortrag zum Thema Meeresmüll, wir kochten mit Meeresspaghetti (Algen) und lernten den richtigen Umgang mit einem Brand. Wir haben super viel erlebt und der Mai wird turbulent weitergehen. Wieso? Erfahrt ihr dann demnächst 😊

 

Natürlich gingen auch unsere Bewerbungsgespräche weiter. Am 19.04 haben wir uns alle zusammen auf drei neue FÖJler geeinigt und sind gespannt wie und ob die Konstellation funktioniert. Eventuell führen sie den Blog weiter und ihr werdet es erfahren.

 

 

Der März auf der Geltinger Birk

 

Im März ist so unfassbar viel passiert, dass ich gar nicht weiß, wo ich denn nun anfangen soll. Anfang März haben wir angefangen die Brutinseln auf der Birk mit dem Freischneider zu mähen. Dafür sind wir mit unserem Aluboot von Insel zu Insel gepaddelt und haben Schilf und andere Pflanzen  von den Inseln entfernt. Damit waren wir einige Tage gut beschäftigt. Ihr werdet sehen, diesen Monat dreht sich fast alles um Vögel. Aber erstmal zu den wichtigen Sachen: Hannah ist 19 Jahre alt geworden! Fast jeden Tag haben wir heimlich Geschenke verpackt und Kuchen gebacken, damit Hannah uns dann zweimal fast erwischt… Aber gefreut hat sie sich am Ende trotzdem und das zählt!

 

Während der ganzen Mähsache hatten wir noch ein lang geplantes Projekt im Hinterkopf; die Bewerbervideos. Aufgrund Corona können die zukünftigen FÖJler leider nicht zu uns kommen, deswegen haben wir Videos zur Wohnung und zur Arbeit gedreht, damit sich die nächste Generation überhaupt mal ein Bild von der Birk und ihren Aufgaben machen kann. Dazu aber später mehr.

 

Aktiv waren wir nicht nur auf der Birk, sondern auch auf Holnis. Zuerst haben wir dort ein Brutfloß in einem größeren Teich neu befestigt, welches sich von seinem Anker losgerissen hat. Dementsprechend mussten wir drei mit dem Aluboot auf die Such nach dem Anker gehen. Ihr könnt euch wahrscheinlich denken, wie erfolgreich die Suche danach war, wenn man auf dem Grund des Teiches bis zu den Knien im Schlamm versinkt: richtig, nämlich gar nicht. War aber nicht schlimm, das Floß ist wieder auf dem Wasser und alles ist in bester Ordnung. Unser zweiter Einsatz auf Holnis war durch Schilf geprägt, denn Thomas und Uwe haben Schilf gemäht und wir haben es abgetragen. Dabei mussten wir uns beeilen, denn die folgende Woche stand schon die erste Runde der Bewerbungsgespräche statt.

Wir haben jetzt fast 20-mal dasselbe erzählt und können uns fast selbst nicht mehr hören. Immerhin kamen unsere Videos gut an und konnten den Bewerbern einen detaillierten Einblick in das Leben in Falshöft ermöglichen. Jeden Nachmittag vor dem PC zu sitzen ist, wider Erwarten, übelst anstrengend und danach müssen wir erstmal im Bett liegen und chillen. Das einzige, was uns jetzt noch motivieren kann aufzustehen, sind die Robben, Seehund und Fohlen, die wir aktuell auf der Birk haben. Bis heute sind drei Fohlen geboren wurden: Sylt, Roxane und Luke. Ihren Pass bekommen sie bei der großen Einfangaktion im Herbst. Bei der kleinen Einfangaktion, die im März stattfand und vom NDR gefilmt wurde, wurde einem Pferd eine Wurmkur verabreicht und dreizehn Pferde ausgewählt, um in ein anderes Gebiet gebracht zu werden. Und was hat es mit den Robben auf sich? Tja, das konnte ich selbst nicht glauben, bis ich sie vor ein paar Tagen selbst gesehen habe. Für die Interessierten: Ihr findet sie auf dem Einstromkasten in Falshöft. Interessiert ist nämlich die beste Überschrift für diesen Monat. Neben dem NDR war die SHZ zweimal da, Sat1 besuchte uns und das Ausbringen des zweiten Brutfloßes, welches in Zusammenarbeit mit der Stiftung Naturschutz entstand, wurde von 4 Fotografen begleitet.  Mit der Stiftung haben wir auch noch unsere zwei „better bird“ Zäune aufgebaut, da ja die Brutsaison anläuft. Wehe es gibt keine Bruterfolge, bei der ganzen Arbeit, die wir gemacht haben.

 

„Mehr“ ist im März auch nicht passiert!

 

 

Der Februar auf der Geltinger Birk

 

Die erste Woche des recht kurzen Februars verbrachten wir vor dem Bildschirm. Es war Seminar angesagt, leider, aber auch besser so: Online! Wenig motiviert startet ich (Finnja) in diese Woche, die ich zu Hause in Hessen verbrachte. Trotzdem war die Woche äußerst lehrreich, wir haben viel gelacht und als Ehrengast war Klimaforscher und Meteorologe Mojib Latif da, der uns eine Präsentation über den Klimawandel und seine Auswirkungen hielt. Es war einfach mal wieder schön, den ganzen Abend Spaß zu haben, (online) Spiele zu spielen und sich austauschen zu können. Pünktlich zum angekündigten Schneesturm fuhr ich fluchtartig mit dem Zug zurück, da mich jede Person, die ich gesehen habe, gefragt hat, wie ich denn immer noch zu Hause sitzen könne, wenn im Norden doch bald die Welt untergehe und ich sicherlich nicht mal bis nach Hamburg kommen werde. Gesagt, getan: Glücklicherweise hatte ich meinen Koffer die Tage vorher gepackt, das Mittagessen wurde sich innerhalb von zehn Minuten reingeschaufelt und ab gings zum Zug. Und wer hätte es gedacht? Ich kam ohne Verspätung oder Verzögerung pünktlich in Flensburg an! Der große Schneesturm blieb aus, trotzdem war es frostig kalt. Unsere Schafe fütterten sich nicht von alleine und so holten wir alle paar Tage neues Heu und tauten Wasser auf, damit es unseren fünf Freunden an nichts fehlte. Auch die Wildpferde durften nicht zu kurz kommen! Alle zwei Tage kontrollierten wir fleißig, da natürlich auch die nächsten und vor allem ersten Fohlengeburten des Jahres bald anstehen. Anstehen tun außerdem die nächsten Bewerber! Am 25.2 war Bewerbungsschluss und wir drei sind fleißig am Arbeiten, um ein Bewerbervideo zu drehen, in dem alle wichtigen Infos zum FÖJ, der Einsatzstelle, der Wohnung und Umgebung zusammengefasst werden. Leider können die Bewerber ja nicht zu uns kommen und so möchten wir den bestmöglichen Einblick in unsere Einsatzstelle bieten.

 

Außerdem haben wir im Februar endlich eine Arbeit abgeschlossen, die wir schon seit Januar beackern. Auf einer unserer Flächen, der Kuhlenkoppel, mussten wir kleine Birken fällen, da sie dem Boden zu viel Wasser entziehen. Ein wichtiger Punkt war, deswegen mussten wir uns auch ein bisschen beeilen, dass wir nur noch bis zum letzten Tag des Februars sägen durften. Dies ist im Landesnaturschutzgesetz geregelt und da wird sich natürlich auch dran gehalten. Und da ja nicht mehr so viel Zeit bis Ende des Februars war, haben wir noch an dem kleinen Bach Hunhoi ein paar Bäume gefällt und somit die Sägearbeiten des diesjährigen FÖJ-Jahres und Jahrgangs abgeschlossen. Im Oktober geht’s weiter, aber da ist unsere Zeit bereits abgelaufen. Das nächste und große Projekt war unsere Fahrt in den Rickelsbüller Koog bei Klanxbüll. Dort mussten Brutinseln gemäht werden und wir sollten unterstützen. Ein Highlight dieses Tages war die Vorstellung des Brielmaier. Ein interessantes Gerät, welches das Mähen der Brutinseln deutlich vereinfacht! Das zweite Highlight war außerdem, dass wir mit der FÖJlerin aus Klanxbüll, Luisa, zusammengearbeitet haben. Wir sind zusammen in der roten Seminargruppe und kennen uns schon seit dem FÖJ-Start. Aber auch dieser spannende und mit bestem Wetter ausgestatteter Tag musste zu Ende gehen. Und er ging zu Ende. Wir fuhren unser Dienstfahrzeug im Schlamm fest… Tja, auch wenn das hier immer alles so toll klingt, es läuft nicht immer rund. Ein netter Schäfer zog uns schließlich mit seinem Trecker raus und wir sind alle drei abends wie tot ins Bett gefallen. Der letzte Tag des Februars wurde von Lotta und Hannah noch fleißig genutzt, da sie an einer Müllsammelaktion des NABUs, rund um Falshöft und der Birk, teilnahmen. Mehr ist dann eigentlich im Februar auch nicht passiert.

 


 Der Januar auf der Geltinger Birk

Unspektakulär verbrachte ich (Finnja) Silvester alleine in Falshöft und startete ausgeschlafen in das neue Jahr, welches mich direkt mit einem toten Reiher an einem Zaun begrüßte, den ich erstmal entfernen musste. Als erstes kam Lotta wieder in Falshöft an, Hannah zwei Tage später. Somit waren wir wieder komplett und starteten gemeinsam in die erste Arbeitswoche des neuen Jahres. Die  Woche arbeiteten wir zunächst alleine, um zu schauen, ob eine mögliche Infektion mit Corona vorliegt und somit niemanden zu gefährden. Glücklicherweise war das nicht der Fall. Wir haben Schilder erneuert, die Dachrinne in Gammeldamm sauber gemacht und ein Projekt in unserer Wohnung umgesetzt: Lotta wollte gerne ein Bücherregal in ihrem Zimmer und in der Küche brauchten wir neue Regale, um dort Lebensmittel zu lagern. Gemeinsam mit Stefan haben wir alles fachmännisch angebracht. Zusammen haben wir super viele Birken gefällt, BundeWischen beim Einfangen der Rinder geholfen, damit Blutproben genommen werden können. Während Hannah und Lotta weiterhin bei den Birken gearbeitet haben, habe ich zwei Wochen Urlaub gemacht, ein Vorstellungsgespräch gehabt und für unsere Seminargruppe FÖJ-Pullover bestellt. Mehr ist im Januar auch irgendwie nicht passiert.

 

 

Der Dezember auf der Geltinger Birk

Der Dezember war für uns drei recht kurz, da Lotta bereits am 18.Dezember nach Hause (Potsdam) gefahren ist und die anderen beiden (Finnja+Hannah) sind am 24. Dezember mit dem FÖJler aus Oehe-Schleimünde zum Zug nach Flensburg gefahren. Trotzdem gab es eine Menge zu tun. Angefangen haben wir mit dem Freischneiden von einer Fläche am Anfang des Schutzgebietes. Die musste von Brombeersträuchern entfernt werden, damit dort einige Steine gelagert werden können. Neben der Arbeit wurde auch noch Finnjas 19. Geburtstag mit Kuchen und Geschenken gefeiert und wir kauften uns eine Katze namens Luke. Danach stand unser nächstes größeres Projekt an: Das Entfernen eines Knicks zwischen Nieby und Falshöft. Zuerst haben wir alle einfachen Bäume gefällt, die schwierigen haben wir umgedrückt. Danach haben wir die Bäume in 30cm lange Stücke zersägt, damit es als Feuerholz benutzt werden kann. Daran haben wir dann tatsächlich auch zwei Wochen lang dran gearbeitet, weil uns das Wetter manchmal einen Strich durch die Rechnung hat. In der Zeit waren wir in Gammeldamm (unser Wertstoffhof) gearbeitet und dort einige Weihnachtsgeschenke fertig gestellt. Am Freitag, den 18.Dezember stellten wir endlich den Knick fertig und unsere Kollegen Stefan, Thomas und Uwe konnten ihren Urlaub antreten. Hannah und Finnja arbeiteten am 21. und 22. Dezember allein. Wir kontrollierten die Wildpferde, wuschen die Autos und machten die Motorsägen sauber. Am 23. Dezember hieß es dann packen und putzen. Finnja holte Alex aus Schleimünde ab und den nächsten Tag ging es voll bepackt um fünf Uhr Richtung Flensburg. Tatsächlich ist auch im Dezember nicht mehr viel passiert. Ich (Finnja) bin seit dem 29.12 wieder in Falshöft und die anderen kommen am vierten bzw. am fünften Januar wieder.

 


FÖJ-Aktuell

 

Wir, das sind Hannah, Finnja und Charlotte, absolvieren seit August unser Freiwilliges Ökologisches Jahr in der Integrierten Station Geltinger Birk (beim Förderverein der Station bzw. beim NABU) und haben hier schon viel Spannendes erlebt. Dies ist eine kleine Auswahl der Dinge, an denen wir in unserem Naturschutzgebiet gearbeitet haben:

Löffler-Steg: Unsere erste größere Arbeit auf der Geltinger Birk war im August der Bau einer Plattform zur Beobachtung der Löffler. Diese Vögel sind erst seit sehr kurzer Zeit überhaupt an der Ostseeküste zu beobachten und weckten daher großes Interesse als sie auf der Birk auftauchten. Die Plattform befindet sich in einer der Wasserflächen und ist über einen ebenfalls von uns errichteten Steg mit dem Ufer verbunden. Auf dem Steg und der Plattform befanden sich bis vor kurzem ein Tunnel und ein Tarnzelt, von dem aus die Ornithologen einen sehr guten Blick auf einen Lieblingsplatz der Vögel hatten.

 

Wassersäule: Als der Wasserstand auf der Birk außergewöhnlich niedrig war, haben wir die Gunst der Stunde genutzt, um die Schilder an der Wassersäule zu erneuern, bevor das Wasser erneut einströmte.

Als erstes kleines FÖJ-Projekt haben wir drei FÖJler diese Schilder abgenommen, abgeschliffen, neu ausgefräst und wieder angemalt. Die Schilder zeigen die unterschiedlichen historischen Wasserstände auf der Geltinger Birk an, um den Besuchern das Prinzip der Wiedervernässung näherzubringen.

 

Bänke: Dieses Jahr bekam die Geltinger Birk 30 neue Bänke, um den Besuchern einen angenehmen Spaziergang zu ermöglichen.

Gebaut wurden sie vom vorherigen FÖJ-Jahrgang, aber die letzten Bänke wurden von uns, dem aktuellen FÖJ-Jahrgang (Charlotte, Finnja und Hannah), raus ins Naturschutzgebiet gebracht. Wem die Birk am Herzen liegt, hatte nun die einmalige Chance, eine Bank zu spenden. Diese Chance wurde auch rege genutzt, um verstorbenen Familienmitgliedern zu gedenken oder als Geburtstagsgeschenk. Mit kleinen Messingschildern konnten Botschaften und Sprüche an der jeweiligen Bank verewigt werden.

 

Hundekotstationen: Jeden Freitag fahren wir raus, um die Flyerkästen aufzufüllen. Leider stoßen wir dabei immer häufiger auf Hundekotbeutel, die achtlos ins Naturschutzgebiet oder an den Wegrand geworfen werden. Aus diesem Grund gehören Müllbeutel, Einweghandschuhe und Desinfektionsmittel zum Tagesgeschäft am Freitag. Das ist nicht nur eklig, sondern das muss eigentlich auch gar nicht sein. Im Gebiet stehen 4 Hundekotstationen mit kleinen Schippen, um die Hinterlassenschaften des eigenen Hundes zu entsorgen, ganz ohne unnötige Plastikbeutel.

 

Leider wird dieses Angebot nur rar wahrgenommen, weswegen wir auch in Zukunft mit den Müllbeuteln ranmüssen.

 

Motorsägenschein: Im Winter stehen auf der Geltinger Birk viele Arbeiten rund um das Fällen von Bäumen an.

Im November haben wir uns daher eine Woche lang unter der Leitung des Forstwirtes Volker Lippert intensiv mit der Motorsäge, der richtigen Fälltechnik und dem passenden Werkzeug befasst. Neben uns drei Birk-FÖJlern waren noch zwei FÖJler aus Flensburg dabei (adfc Flensburg und Klimapakt) und ein Gärtner aus Oxbüll. Neben den Theoriestunden fällten wir natürlich auch einige Bäume. Zum einen nahmen wir einen Knick auf der Birk runter, zum anderen beschäftigten wir uns mit Totholz in einem Wald bei Pommerby. Volker hat uns an seinem großen Wissensschatz über den Wald teilhaben lassen und wir haben viele wichtige und interessante Dinge aus diesem Kurs mitgenommen, auch über das Thema Motorsäge hinaus. Nun sind wir fleißig am Bäume fällen und fühlen uns wie echte Profis.