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Oktober

 

Für diesen Monat habe ich, Delphine, die Ehre den Blogeintrag zu schreiben und es ist wirklich viel passiert !

Der Sommer ging zu Ende und der Herbst hat mit morgendlichen Nebelschwaden und glitzernden Tautropfen auf verblühten Stauden Einzug gehalten. Zur großen Freude Helenas, die, ganz verzaubert von jenem schönen Anblick, auf Fotojagd zog, während wir Anderen noch unseren morgendlichen Kaffee tranken. Als sie einige Zeit später durchnässt wieder zu uns zurückfand, bereuten wir es alle sehr, ihre versehentliche Begegnung mit dem sumpfigen, nach Jauche stinkenden Graben, nicht miterlebt zu haben !

Als wir uns genügend amüsiert hatten galt es, kreativ zu werden und so steckte Helena wenig später in zu großen Handschuhen statt in Socken und in einer viel zu weiten Schnittschutzhose, welche sie mit einem ihrer Schnürsenkel zusammenband.

 

Willkommen auf den Feuchtwiesen in Süderbrarup !

Hier verbrachten wir viele weitere Tage, indem wir mit dem Brielmeyer und Freischneidern über die Flächen wüteten, alles kurz und klein mähten und anschließend das Mahdgut mit Forken auf die Ladefläche des Kettendümpers stapelten. Bei dieser nicht sonderlich Vergnügen bereitenden Tätigkeit kam ich als « Stampfi » zum Einsatz. Ich durfte also immer wie ein Rumpelstilzchen auf der Ladefläche herumstampfen und das Mahdgut in Form bringen. Noch nie habe ich so motiviert meine Knie zum Bauch gezogen und auf eine weiche Matte eingestampft wie dort oben auf dem Gras, meine Sportlehrer währen stolz auf mich gewesen !

Als wir vom Forken und überraschenden Regengüssen mit Hagelbeilagen langsam genug hatten, kam uns das anstehende Seminar wie gerufen. An dieser Stelle muss ich vielleicht erwähnen, dass wir während unseres FÖJ`s 5 solcher Seminare haben. Sie gehen jeweils eine Woche lang und behandeln immer ein vorher gewähltes und von ca. 8 Personen vorbereitetes Thema.

 

Und wer hätte das gedacht, wir haben uns alle drei für die Vorbereitung des ersten Seminars gemeldet. Das bedeutet, wir hatten auch schon Wochen vorher gut zu tun uns mit den anderen Vorbereiterinnen (ja, es waren nur Mädchen), ein Konzept zu überlegen unsere 17 Mit-FÖJler*innen zum Thema « Konsum und Lebensstile » zu bespaßen und zum Denken anzuregen.

So haben wir uns also mit unserem momentanen Lebensstil auseinandergesetzt, anhand unseres ökologischen Fußabdruckes eine Idee bekommen, was wir als Einzelperson verbessern können und uns mit dem Thema Minimalismus beschäftigt. Wir haben eine Exkursion nach Haithabu ins Wikingermuseum gemacht und uns deren Lebensstil angeschaut und am Ende versucht mit wenig Geld ein Essen aus möglichst plastikfreien, veganen Biolebensmitteln zu kochen (es lohnt sich das auszuprobieren, man kommt erstaunlich weit!) und einen Upcycling/Selbermachtag veranstaltet.

Insgesamt konnten wir aus der Woche denke ich viele Anregungen und Motivationen mitnehmen, welche die Verbesserung unseres Persönlichen Konsum- und Lebensstiles betrifft.

 

Wieder in Falshöft angelangt standen uns große Mäharbeiten bevor. Wir mussten bis ins Nichts an die dänische Grenze fahren, um dort unter einigen Umständen vier Brutinseln vom Schilf zu befreien.

Bereits das Übersetzen auf die Inseln gestaltete sich abenteuerlich. Wir hatten zwar ein Arbeitsfloß als Transportmittel, welches sogar mit einem Außenbordmotor ausgestattet ist, man hinterfragt jedoch recht schnell die Effizienz des Geräts in diesem Bereich, wenn bereits nach der ersten Überfahrt der Motor den Geist aufgibt und der Wind beinahe den Kampf um die Fahrtrichtung gewinnt.

Mit vereinten Kräften, verkleidet als Watthosenmatschmonster und mit ordentlichem Geschimpfe und Gefluche haben wir unsere hiesige Aufgabe jedoch gut gemeistert. Nach zwei Tagen, die jeweils um 07:30 Uhr begannen und um 21:30 Uhr endeten, hatten wir das Schilf der vier Inseln gemäht, abwechselnd in Schwaden und auf Haufen geforkt und am Ende sogar ein Vogelnest mit zwei verlassenen Eiern, sowie ein Vogelgerippe daneben gefunden !

 

Helena hat sich am zweiten Tag mit einer dicken Erkältung ins Bett gelegt (ja, wir können es alle bezeugen, sie war wirklich krank, auch wenn sie das selber am liebsten ignoriert hätte).

Pünktlich zu Helloween war sie aber wieder fast gesund und das war auch gut, wir hatten nämlich Besuch mit Verkleidung, Gruselfilm und nächtlichem Ausflug geplant. Hier möchte ich anmerken, dass hier oben Helloween zwar sehr verpöhnt wird, wie uns oft genug unter die Nase gerieben wurde, aber wir hatten trotzdem große Lust uns zu verkleiden und so hatten wir hier bald eine Versammlung aus einer Baroness, einer Dienstmagd, einer Wahrsagerin und einem Hofnarr mit irrem Grinsen.

 

Insgesamt haben wir diesen Monat sehr viel erlebt und es gab einiges zu lachen, manchmal so viel, dass innerhalb eines Lachanfalls von Finja versehentlich die Hupe betätigt wurde und sie anschließend vorerst aufs Fahren verzichten musste, weil sie dank beschlagener Brille nichts mehr sehen konnte.

So und jetzt schicke ich diesen Eintrag zum Oktober endlich mal ab, wie sagt man so schön :

besser spät als nie;)

 

September

 

- Der zweite Monat auf der Birk -

So… Helena hat euch ja schon ausgiebig über den ersten Monat auf der Birk berichtet. Wir haben echt schon viel erlebt!

Diesmal bin ich an der Reihe und möchte euch einen kleinen Einblick in den September geben.

Aber zuerst stelle ich mich einmal ganz kurz vor:

 

Ich bin Finja, bin 19 Jahre alt und komme aus Niedersachsen, genauer gesagt aus einem kleinen Dorf namens Katlenburg, aber das wird wahrscheinlich eh niemanden etwas sagen:) Genau wie Helena, war ich noch nie länger als zwei Wochen von zu Hause weg.

Fangen wir an...

Anfang des Monats ging es um eine Noorhalbinsel nahe der Mühle Charlotte. Das ganze Schilf sollte abgemäht werden, also haben wir uns gleich auf den Weg gemacht und haben mit den Freischneidern losgelegt. Das war ziemlich anstrengend und das Schilf ist ständig auf einen drauf gefallen, wenn man es abgemäht hat. Zudem war es an einigen Stellen total sumpfig und es war daher ein Krampf sich mit den Freischneidern durch das abgemähte Schilf und den sumpfigen Boden zu kämpfen, um wieder zurück an den Benzinkanister zu kommen.

Dann hat Thomas noch mit dem Brielmaier gemäht, das Gerät ist wirklich faszinierend… Wie der Brielmaier aussieht, das seht ihr auf einem Foto unter diesem Blogbeitrag. Delphine durfte ihn nämlich auch mal fahren und sie meinte, dass es super viel Spaß gemacht hat.

Unsere zweite größere Arbeitsstelle war in Böxlund, nahe der dänischen Grenze. Dort haben wir in einem sehr schönen Gebiet gearbeitet. Es ging darum, Adlerfarn abzumähen, der in diesem Gebiet reichlich vertreten war.  Also haben wir mal wieder mit den Freischneidern gemäht und Delphine hat anfangs gemulcht. Ich habe mich dann auf einen Berg begeben. Meiner Meinung nach war das die anstrengendste Stelle zum Mähen. Da ich aufgrund der Steigung ständig den Freischneider in Schräglage versetzen musste, ging das auch auf Dauer ganz schön auf die Arme. Als Entschädigung  dafür hatte ich aber definitiv die beste Aussicht von dort oben!

Von einem Mal war es dann aber noch nicht getan. Am Tag darauf waren die Jungs nochmal alleine dort, weil wir drei ein Onlinetreffen bezüglich des Seminars hatten. An dem Tag danach sind wir dann ein drittes Mal nach Böxlund gefahren, um den ganzen Adlerfarn zusammenzutragen und unsere Arbeit an diesem Ort zu beenden. Zum Schluss haben wir noch Mirabellen (vom Mirabellenbaum, welcher dort stand und echt voll mit Mirabellen war) gepflückt und haben daraus Streuselkuchen und Muffins gemacht, die dann am nächsten Tag gegessen wurden:)

Einige Tage später ist über das gemähte Gelände eine Wanderherde mit Schafen und Ziegen gelaufen. Das war sehr spannend zu beobachten und ja... die waren zu dem auch noch richtig süß! Wir waren sehr fasziniert, wie gierig die Herde auf die Traubenkirschen waren. Die Herde hat  einen guten Job gemacht, denn wir waren gerade sowieso dabei, die Traubenkirschen zu „ringeln“ (am unteren Teil des Stammes Rinde entfernen). Die Traubenkirsche stirbt dann langsam ab, was  bis zu 3 Jahre dauern kann; also ein sehr langsamer Tod.

Helena und ich haben zudem in diesem Monat unsere erste Wildpferdeführung gemacht. Das hat echt Spaß gemacht! Und wer hätte es gedacht, wir haben die Pferde sogar gefunden, was auf diesem riesigen Gelände gar nicht so einfach ist:) Top...

 

Ein neues Filmteam war mal wieder da. Gefilmt wurde in Oehe Schleimünde.

 

Delphine wollte eigentlich auch gerne dabei sein, nur leider hatte sie sich am Vortag einen Weißdorn in den Finger gerammt und musste zum Arzt und sich dann erstmal schonen. Helena und ich mussten mit den Freischneidern Kartoffelrosen mähen und durften dann noch mit dem Frontlader Pfähle von einem alten Zaun herausreißen, das war total cool!

 

Dann haben wir fertig gemäht, Uwe hat mit dem Trecker gemulcht und wir standen sehr oft vor der Kamera. Es soll ein Imagefilm über die verschiedenen Stationen werden, der wahrscheinlich Ende des Jahres rauskommt. Das Wetter war leider alles andere als schön, und es hat die meiste Zeit geregnet. Also wirklich „super Wetter“ zum Filmen.

Am Ende des Monats stand noch Müllmonitoring für uns an; das heißt, wir haben an bestimmten Strand- Abschnitten (je 100m) auf der Birk nach Müll jeglicher Art gesucht. Dabei wurde jeder einzelne Algenhaufen und Sonstiges abgesucht. Der Müll, den wir dann gesammelt haben, wurde anschließend sortiert und in eine Liste eingetragen und am Tag danach noch abgewogen.

 

Was auch noch ganz wichtig ist:

Der erste „Tatortreiniger- Abend“ stand endlich für uns an. Es wurden Pommes bestellt und dann ging`s los. Wir saßen zusammen mit den Jungs auf dem Flur und haben ein paar Folgen der Serie geguckt, das war echt ein witziger Abend. Der nächste Termin ist deshalb auch schon in Planung ;)

Im September ist also auch wieder einiges passiert, aber ein paar faule Tage waren zwischendurch trotzdem mal drin :)

Das schöne Wetter lässt nun langsam nach und die Regenkleidung muss jetzt öfter mal ran!

Und auch ich muss es einfach nochmal sagen: ich bin dankbar, dass wir so tolle Kollegen haben. Die “Jungs“ sind einfach die besten!!

 

Also dann bis bald... und immer schön dran bleiben, damit ihr nichts verpasst!

Finja

- Der erste Monat auf der Birk -

 

also...wie ihr euch vielleicht denken könnt, sind wir die drei neuen FÖJ´lerinnen hier auf der Birk.

Wir sind Delphine, Finja und Helena (ich schreibe gerade) und wir wollen euch, so wie unsere Vorgänger, auch in diesem Jahr ein bisschen mitnehmen und von unseren Birk- Abenteuern erzählen:)

Ich denke wir werden uns mit den Blogeinträgen abwechseln... und da ich gerade an der Reihe bin, kann ich die Gelegenheit ja gleich erst einmal nutzen um mich ein bisschen vorzustellen.

Wie bereits erwähnt heiße ich Helena, ich bin die jüngste von uns Dreien, denn ich bin hier oben erst 18 geworden, worüber ich ziemlich froh bin, denn jetzt darf ich unsere Dienstfahrzeuge und sogar Trecker fahren:)

Ich komme aus Süddeutschland, genauer gesagt von der Schweizer Grenze. Vor diesem FÖJ war ich noch nie länger als eine Woche von zu Hause weg. Falls jemand von euch Interesse an einem FÖJ hat, aber Bedenken hegt sehr stark Heimweh zu bekommen, kann ich euch beruhigen: Natürlich denkt man ab und zu an seine Familie, würde sie gerne in den Arm nehmen oder von Angesicht zu Angesicht mit ihnen reden (zumindest geht es mir so), aber für mehr hat man schlichtweg keine Zeit.

Wir fangen morgens um 8 Uhr an zu arbeiten und hören frühstens um 16 Uhr wieder auf - meistens machen wir noch Überstunden, was wirklich überhaupt nicht schlimm ist, weil die Arbeit echt super viel Spaß macht und man sich die Überstunden auch zu den Urlaubstagen dazu rechnen kann. Danach kommt man nach Hause, hat vermutlich noch Einkäufe oder andere organisatorische Dinge zu erledigen. Manchmal möchte man auch so nochmal nach den Wildpferden sehen. Dann muss gekocht werden (diesen Teil zelebrieren wir besonders ausgiebig, weil wir Essen einfach über alles lieben!) und dann essen wir zusammen, verquatschen uns dabei, müssen später wieder alles aufräumen und putzen und wenn man dann noch Zeit zum lesen und Filme schauen hat, hat man echt Glück gehabt. Was ich eigentlich damit sagen will ist, dass man abends so müde ist, dass man nur noch erschöpft und zufrieden ins Bett fällt und sofort weg ist.

 

Alleine im August haben wir schon 90 Tonnen (ja wirklich!) Wasserbausteine geschleppt, natürlich mit der Hilfe von Stefan (Steffi), Uwe (Üwi) und Thomas (Tommi), und haben damit ein Brückenfundament auf Holnis (Naturschutzgebiet, dass wir unter anderem betreuen) erneuert und die Abbruchkante eines Deichs auf der Birk stabilisiert.

Dabei durften wir auch Trecker fahren, was ziiieeemlich cool war. Eine Arbeit die ich auch echt gerne mache, ist Freischneiden. Das machen wir tatsächlich auch ziemlich oft und auch wenn es nach einigen Tagen echt an den Kräften zehrt, freuen vor allem Finja und ich uns jedes Mal darauf. Delphine freut sich mehr auf den Mulcher, aber ich wette, dass sie davon noch selbst erzählen wird. Unsere Arbeit auf Holnis sieht man auch in einem NDR Beitrag, aber der ist uns tatsächlich ein bisschen peinlich, weil nur Szenen drin sind, in denen wir unnötig daneben stehen und nicken…

Zu unserer Stelle kommen aber anscheinend häufiger Filmteams, weil sie halt einfach so schön ist!

 

Es gibt sogar einen Beitrag nur über das FÖJ, der meiner Meinung nach ziemlich empfehlenswert ist, er heißt „ Ab in die Natur- Abenteuer Ökojahr/ nordstory “.

 

Ende August hatten wir dann unser erstes von 5 Einführungsseminaren. Eigentlich war es ganz cool, wir haben viele Spiele gespielt, diskutiert und uns unter anderem auch über unsere Einsatzstellen unterhalten, wobei mir aufgefallen ist, dass wir meiner Meinung nach und ohne angeben zu wollen, wirklich die beste Stelle von allen abbekommen haben:)

Bei uns ist nicht nur die Arbeit unglaublich spannend und abwechslungsreich… Tommi, Steffi und Üwi sind uns auch jetzt schon echt ans Herz gewachsen und zusammen mit meinen Mädels hier, sind sie wie eine kleine Ersatzfamilie für mich!

 

Mit Steffi sind wir unter anderem bereits das ein oder andere Mal auf Flohmärkte gegangen und haben coole Sachen abgestaubt (einen nagelneuen Wok mit Zubehör für 1,50 €!!!). Außerdem zeigt er uns alle Insider hier in der Nähe und führt uns in die Dorfgemeinschaft ein (was zugegebenermaßen zu Beginn etwas viel war alles). Und mit Üwi waren wir schon Motorboot fahren… im Sonnenuntergang und wir haben dabei ganz viele Schweinswale gesehen, das war wirklich zauberhaft!

 

Ich bin echt gespannt wie es im Winter ist, wenn die ganzen Touristen weg sind und wir vermutlich nicht mehr soo viel zu tun haben, obwohl da auch noch einige Projekte auf uns warten.

Wenn ihr genauso neugierig seid, wie ich und wissen wollt, wie es mit uns weitergeht...

 

bleibt dran, ich würde mich freuen!

Helena

 



 Der letzte Monat auf der Geltinger Birk

 

Es ist 7:30 am Morgen. Ich bin seit drei Stunden wach. Lotta umarmt mich, ich schaue ein letztes Mal Luke an, der weiße Bus fährt los, ich dreh mich um und plötzlich haut mich das Gefühl des Alleinseins um. Ich stehe alleine auf der Straße und gehe langsam in die Wohnung zurück. Die leer ist. Ja, denn auch für uns hieß es heute Abschied nehmen. Bevor wir uns dem wieder widmen, lassen wir den restlichen Juli doch einmal Revue passieren. Pünktlich zum Monatsanfang kam ich (Finnja) aus meinem Urlaub wieder. Das war auch wirklich dringend notwendig, weil zwei Tage später bereits unsere Abschiedsparty für die Seminargruppe starten sollte. Neben unseren Mit-Föjlern waren auch einige von unseren Freunden von zu Hause da. Das machte die Party noch viel besser, als sie ohnehin schon war. Gemeinsam verbrachten wir noch ein schönes restliches Wochenende am Strand, bevor meine Freunde wieder gefahren sind (Hannahs waren natürlich noch da ;) ). Lotta und ich haben es auch endlich mal geschafft, unsere Freunde in Schleimünde zu besuchen. Davon sprechen wir schon fast ein ganzes Jahr... Naja am Ende haben wir´s ja noch geschafft. Zuerst haben wir die Vögel im Schutzgebiet beobachtet und sind dann mit der Schlei Princess gefahren. Am selben Tag sind wir nochmals Boot gefahren, dieses Mal mit Uwe. Der Tag war nahezu perfekt. Gearbeitet haben wir auch noch, auch wenn sich das hier nicht so anhört. Auf dem Außendeich haben wir einige Kartoffelrosenfelder beseitigt. Die Kartoffelrose ist eine sehr invasive Art, die alle heimischen und seltenen Pflanzen vertreibt. Aus diesem Grund versuchen wir ihre Ausbreitung einzudämmen, was sich schwierig gestaltet, da ihre Wurzeln (gefühlt) unendlich lang sind. Trotzdem haben wir unser Bestes gegeben. Nachdem die Rosenaktion abgeschlossen war, haben wir angefangen einen neuen Zaun zu bauen. Der Boden ist sehr hart, da fühlen sich 80cm tiefe Löcher an, als wir würden den Erdkern freilegen wollen. Gegen Ende hat Uwe uns mit dem Trecker geholfen und wir sind gut vorangekommen. Hannah und Lotta haben diesen Monat ihre erste eigene Pferdeführung übernommen, das hat super geklappt.

 

Neben der Arbeit ist auch viel im Privaten passiert. Ich war auf Wohnungssuche in Flensburg, bin fündig geworden, Freunde von zu Hause waren zu Besuch, endlich besuchten wir Dänemark, gemeinsam als Seminargruppe trafen wir uns auf dem Naturerlebnishof Helle und verbrachten dort unseren letzten gemeinsamen Tag zusammen und schlussendlich gaben wir am 24.7 unsere Abschiedsparty für die Erwachsenen. Rundum war der ganze Monat durch Stress geprägt, weil Partys sich nicht selbst organisieren, Wohnungen warten nicht exakt auf dich und sein persönlicher Kram packt sich nicht alleine in Umzugskartons. Irgendwie war der Juli nur zwei Tage lang und es ist bei uns noch nicht angekommen, dass wir am Montag nicht gemeinsam zur Arbeit gehen. Gehen ist das richtige Stichwort. Wie geht es jetzt weiter?

 

Ich habe eine Wohnung in Flensburg und beginne eine Ausbildung zur Kauffrau im E-Commerce (elektronischer Handel) in Wees. 

Lotta wohnt nun für kurze Zeit zu Hause, studiert dort Biowissenschaften und zieht danach in eine eigene Wohnung.

Hannah ist ebenfalls zu Hause und studiert danach Landschaftsarchitektur.

Es ist sehr verrückt, jetzt nicht mehr jeden Tag zusammen zu sein und seinen Platz jemand anderem zu überlassen. Ob wir den richtigen Weg gewählt haben, das wird sich definitiv noch zeigen. Richtig war auf jeden Fall, die ganzen Erfahrungen des FÖJs mitzunehmen, die Guten und vor allem die Schlechten. Ich schätze wir sind daran gewachsen, ohne es wirklich zu merken. So wie wir gekommen sind, gehen wir definitiv nicht wieder nach Hause. Wir drei waren und sind so unterschiedlich, ich glaub, jeder konnte vom Anderen etwas lernen, weil man sich mal aus seiner „Freunde-Komfortzone“ bewegt hat. Ich bin sehr, sehr dankbar für alles, was passiert ist.


 

Der Juni auf der Geltinger Birk

Vorab: Irgendwie gibt es gar nicht so viel zu berichten, obwohl unendlich viel passiert ist. Aber der Reihe nach: Ende Mai startete meine (Finnjas) Deutschlandtour. Ich war in Münster, Köln, Kenn, Trier, Luxemburg Stadt, bei Hannah im Dorf zu Besuch, in Mannheim, Heidelberg und schlussendlich Frankfurt. Die zweite Juniwoche verbrachte ich zu Hause, wo prompt mein geliebtes Auto kaputtgegangen ist. Alles kein Drama, aber drei Tage später wollten meine Eltern in den Urlaub, dementsprechend war es ein wenig stressig. Zum Glück konnte ich Mamas Auto benutzen! So kam ich abends mit Hannah und Alex aus Schleimünde in Falshöft an. Im Kopf waren wir alle auf Sylt, da das letzte Seminar anstand, welches normalerweise auf Sylt stattfindet. Das ist natürlich schade, lässt sich aber nicht ändern. Nach fünf Tagen in Falshöft habe ich direkt meine Koffer gepackt und bin in die Landeshauptstadt. Berlin! Dort habe ich mein Ökiglück mit Maike gemacht, die ihr eventuell noch vom Maiblog im Sinn habt. Ich war im Leibniz Institut für Zoo- und Wildtierforschung. Zusammen haben wir die Nacktmullabteilung betreut. Ebenso arbeiteten wir im Büro und haben Impfbücher digitalisiert. Während des Aufenthaltes habe ich Lottas Familie in Potsdam besucht und wir hatten unendlich viel Spaß, endlich konnte ich Sanssouci sehen. Von Berlin bin dann in die Pfalz gefahren, um auf einen Geburtstag von Hannahs Freunden zu gehen. Von dort fuhr direkt nach Föhr, um Lilith und Nils zu besuchen und ihre Einsatzstelle anzusehen. Es war wirklich interessant, für mich selbst allerdings nicht das Richtige.

 

Währenddessen war Jakob aus Berlin bei uns in Falshöft. Er absolviert sein FÖJ in Berlin. Bei uns hat er ein einseitiges Ökiglück gemacht und kam sofort mit jeglichen unserer Maschinen in Berührung. Zusammen mit Lotta und den Jungs aus der Station arbeiteten sie in Bockholmwik einige Tage lang.

 


 

Der Mai auf der Geltinger Birk

 

Anfang Mai begrüßten wir Maike, Finnjas Ökiglück-Partnerin aus Berlin, bei uns auf der Birk. Sie kommt aus Wiesbaden und macht ihr FÖJ im Leibniz- Institut für Zoo- und Wildtierforschung. Zusammen mit ihr haben wir auf Holnis Schilder und Tore aufgebaut und die Plane gegen die Kartoffelrose neu gerichtet. Außerdem haben wir über mehrere Tage verteilt den Birkerlebnistag für die Grundschule in Gelting veranstaltet. An verschiedenen Stationen konnten die Kleinen viel über die heimische Flora und Fauna lernen. Am Ende gab es selbstverständlich einen Schatz zu entdecken.

Zwischendurch wurden einige neue Fohlen geboren, welche alle putzmunter sind. Bei unserem Stationsleiter Nils sind Lämmer zur Welt gekommen, die Lotta und Finnja prompt besucht haben. Leider ist deren Mutter verstorben, weswegen die Lämmer mit der Flasche aufgezogen werden müssen.

Außerdem haben wir einen kleinen Zaun auf der Charlottenseite gebaut und in Flintbek, der Zentrale, neue Fyler abgeholt. Unsere Ausstellung ist nun seit Mitte Mai wieder geöffnet und gern besucht.

Sehr viel ist im Mai nicht passiert, da wir alle drei im Urlaub waren und immer noch sind. Spannenderes wird es definitiv im Juni zu berichten geben!!

 

 

Der April auf der Geltinger Birk

 

Besser hätte der April eigentlich nicht starten können. Über Ostern hat der kleine Bruder von Lotta vorbeigeschaut und Lotta und Finnja besuchten einen FÖJ-Kollegen in Großsolt, weil er dort aktuell eine Ziegen- und Schafherde betreut. Und wer genau aufgepasst hat auf der Birk, dem ist aufgefallen, dass im Herbst jedes Jahr Schafe um die Birk ziehen, um sie zu beweiden. Eben diese Schafherde haben wir besucht. Es gab zahlreiche Lämmer, die herzzerreißend süß im Stall herumhüpften.

 

Dies ist aber bei weitem nicht der einzige Tierkontakt diesen Monat. Zusammen mit Charlotte, die ihren Bundesfreiwilligendienst in der roten NABU-Hütte auf der Birk absolviert, haben wir zwei „Better bird“-Zäune aufgebaut, damit die Vögel geschützt brüten können. Apropos Vögel: Natürlich waren wir auch wieder auf Holnis fleißig. Dort wurden noch Brutflöße repariert. Im Prinzip wie letzten Monat. Auf den Bruterfolg der Vögel warten wir noch, aber bei den Pferden kann man sich sicher sein, dass es läuft. Aktuell haben wir elf gesunde und muntere Fohlen, die freudig über die Birk staksen. Weiteres Aufsehen erregten auch die zwei Kegelrobben und Seehunde, die auf dem Einstrombauwerk bei Falshöft residieren. Sie lockten viele Besucher und Fotografen an, wurden aber, zum Glück, nicht belästigt und in Ruhe gelassen. Außerdem kam meine beste Freundin zu Besuch und wir hatten viel Spaß zusammen. Es war schön, wieder Besuch aus der Heimat zu haben. Sie war aber nicht der einzige Gast, der kam. Sat1 erschien, um einen Beitrag über die Koniks mit ihrem Nachwuchs zu filmen. Im Rahmen des Modellprojekts haben mich meine Eltern auch noch eine Woche besucht. Während viel auf der Birk los und zu tun war, liefen im Hintergrund die Vorbereitungen für das nächste Online-Seminar auf Hochtouren. Dieses stand unter dem Motto „Die vier Elemente“ und wurde interaktiv mit vielen spannenden Dingen gestaltet. Zum einen wurden Wasserfilter gebaut, wir machten selbst Feuer mit einem Stein und einer Feile. Außerdem gab es einen Papierfliegerweitflugwettbewerb (was ein Wort), einen Vortrag zum Thema Meeresmüll, wir kochten mit Meeresspaghetti (Algen) und lernten den richtigen Umgang mit einem Brand. Wir haben super viel erlebt und der Mai wird turbulent weitergehen. Wieso? Erfahrt ihr dann demnächst 😊

 

Natürlich gingen auch unsere Bewerbungsgespräche weiter. Am 19.04 haben wir uns alle zusammen auf drei neue FÖJler geeinigt und sind gespannt wie und ob die Konstellation funktioniert. Eventuell führen sie den Blog weiter und ihr werdet es erfahren.

 

 

Der März auf der Geltinger Birk

 

Im März ist so unfassbar viel passiert, dass ich gar nicht weiß, wo ich denn nun anfangen soll. Anfang März haben wir angefangen die Brutinseln auf der Birk mit dem Freischneider zu mähen. Dafür sind wir mit unserem Aluboot von Insel zu Insel gepaddelt und haben Schilf und andere Pflanzen  von den Inseln entfernt. Damit waren wir einige Tage gut beschäftigt. Ihr werdet sehen, diesen Monat dreht sich fast alles um Vögel. Aber erstmal zu den wichtigen Sachen: Hannah ist 19 Jahre alt geworden! Fast jeden Tag haben wir heimlich Geschenke verpackt und Kuchen gebacken, damit Hannah uns dann zweimal fast erwischt… Aber gefreut hat sie sich am Ende trotzdem und das zählt!

 

Während der ganzen Mähsache hatten wir noch ein lang geplantes Projekt im Hinterkopf; die Bewerbervideos. Aufgrund Corona können die zukünftigen FÖJler leider nicht zu uns kommen, deswegen haben wir Videos zur Wohnung und zur Arbeit gedreht, damit sich die nächste Generation überhaupt mal ein Bild von der Birk und ihren Aufgaben machen kann. Dazu aber später mehr.

 

Aktiv waren wir nicht nur auf der Birk, sondern auch auf Holnis. Zuerst haben wir dort ein Brutfloß in einem größeren Teich neu befestigt, welches sich von seinem Anker losgerissen hat. Dementsprechend mussten wir drei mit dem Aluboot auf die Such nach dem Anker gehen. Ihr könnt euch wahrscheinlich denken, wie erfolgreich die Suche danach war, wenn man auf dem Grund des Teiches bis zu den Knien im Schlamm versinkt: richtig, nämlich gar nicht. War aber nicht schlimm, das Floß ist wieder auf dem Wasser und alles ist in bester Ordnung. Unser zweiter Einsatz auf Holnis war durch Schilf geprägt, denn Thomas und Uwe haben Schilf gemäht und wir haben es abgetragen. Dabei mussten wir uns beeilen, denn die folgende Woche stand schon die erste Runde der Bewerbungsgespräche statt.

Wir haben jetzt fast 20-mal dasselbe erzählt und können uns fast selbst nicht mehr hören. Immerhin kamen unsere Videos gut an und konnten den Bewerbern einen detaillierten Einblick in das Leben in Falshöft ermöglichen. Jeden Nachmittag vor dem PC zu sitzen ist, wider Erwarten, übelst anstrengend und danach müssen wir erstmal im Bett liegen und chillen. Das einzige, was uns jetzt noch motivieren kann aufzustehen, sind die Robben, Seehund und Fohlen, die wir aktuell auf der Birk haben. Bis heute sind drei Fohlen geboren wurden: Sylt, Roxane und Luke. Ihren Pass bekommen sie bei der großen Einfangaktion im Herbst. Bei der kleinen Einfangaktion, die im März stattfand und vom NDR gefilmt wurde, wurde einem Pferd eine Wurmkur verabreicht und dreizehn Pferde ausgewählt, um in ein anderes Gebiet gebracht zu werden. Und was hat es mit den Robben auf sich? Tja, das konnte ich selbst nicht glauben, bis ich sie vor ein paar Tagen selbst gesehen habe. Für die Interessierten: Ihr findet sie auf dem Einstromkasten in Falshöft. Interessiert ist nämlich die beste Überschrift für diesen Monat. Neben dem NDR war die SHZ zweimal da, Sat1 besuchte uns und das Ausbringen des zweiten Brutfloßes, welches in Zusammenarbeit mit der Stiftung Naturschutz entstand, wurde von 4 Fotografen begleitet.  Mit der Stiftung haben wir auch noch unsere zwei „better bird“ Zäune aufgebaut, da ja die Brutsaison anläuft. Wehe es gibt keine Bruterfolge, bei der ganzen Arbeit, die wir gemacht haben.

 

„Mehr“ ist im März auch nicht passiert!

 

 

Der Februar auf der Geltinger Birk

 

Die erste Woche des recht kurzen Februars verbrachten wir vor dem Bildschirm. Es war Seminar angesagt, leider, aber auch besser so: Online! Wenig motiviert startet ich (Finnja) in diese Woche, die ich zu Hause in Hessen verbrachte. Trotzdem war die Woche äußerst lehrreich, wir haben viel gelacht und als Ehrengast war Klimaforscher und Meteorologe Mojib Latif da, der uns eine Präsentation über den Klimawandel und seine Auswirkungen hielt. Es war einfach mal wieder schön, den ganzen Abend Spaß zu haben, (online) Spiele zu spielen und sich austauschen zu können. Pünktlich zum angekündigten Schneesturm fuhr ich fluchtartig mit dem Zug zurück, da mich jede Person, die ich gesehen habe, gefragt hat, wie ich denn immer noch zu Hause sitzen könne, wenn im Norden doch bald die Welt untergehe und ich sicherlich nicht mal bis nach Hamburg kommen werde. Gesagt, getan: Glücklicherweise hatte ich meinen Koffer die Tage vorher gepackt, das Mittagessen wurde sich innerhalb von zehn Minuten reingeschaufelt und ab gings zum Zug. Und wer hätte es gedacht? Ich kam ohne Verspätung oder Verzögerung pünktlich in Flensburg an! Der große Schneesturm blieb aus, trotzdem war es frostig kalt. Unsere Schafe fütterten sich nicht von alleine und so holten wir alle paar Tage neues Heu und tauten Wasser auf, damit es unseren fünf Freunden an nichts fehlte. Auch die Wildpferde durften nicht zu kurz kommen! Alle zwei Tage kontrollierten wir fleißig, da natürlich auch die nächsten und vor allem ersten Fohlengeburten des Jahres bald anstehen. Anstehen tun außerdem die nächsten Bewerber! Am 25.2 war Bewerbungsschluss und wir drei sind fleißig am Arbeiten, um ein Bewerbervideo zu drehen, in dem alle wichtigen Infos zum FÖJ, der Einsatzstelle, der Wohnung und Umgebung zusammengefasst werden. Leider können die Bewerber ja nicht zu uns kommen und so möchten wir den bestmöglichen Einblick in unsere Einsatzstelle bieten.

 

Außerdem haben wir im Februar endlich eine Arbeit abgeschlossen, die wir schon seit Januar beackern. Auf einer unserer Flächen, der Kuhlenkoppel, mussten wir kleine Birken fällen, da sie dem Boden zu viel Wasser entziehen. Ein wichtiger Punkt war, deswegen mussten wir uns auch ein bisschen beeilen, dass wir nur noch bis zum letzten Tag des Februars sägen durften. Dies ist im Landesnaturschutzgesetz geregelt und da wird sich natürlich auch dran gehalten. Und da ja nicht mehr so viel Zeit bis Ende des Februars war, haben wir noch an dem kleinen Bach Hunhoi ein paar Bäume gefällt und somit die Sägearbeiten des diesjährigen FÖJ-Jahres und Jahrgangs abgeschlossen. Im Oktober geht’s weiter, aber da ist unsere Zeit bereits abgelaufen. Das nächste und große Projekt war unsere Fahrt in den Rickelsbüller Koog bei Klanxbüll. Dort mussten Brutinseln gemäht werden und wir sollten unterstützen. Ein Highlight dieses Tages war die Vorstellung des Brielmaier. Ein interessantes Gerät, welches das Mähen der Brutinseln deutlich vereinfacht! Das zweite Highlight war außerdem, dass wir mit der FÖJlerin aus Klanxbüll, Luisa, zusammengearbeitet haben. Wir sind zusammen in der roten Seminargruppe und kennen uns schon seit dem FÖJ-Start. Aber auch dieser spannende und mit bestem Wetter ausgestatteter Tag musste zu Ende gehen. Und er ging zu Ende. Wir fuhren unser Dienstfahrzeug im Schlamm fest… Tja, auch wenn das hier immer alles so toll klingt, es läuft nicht immer rund. Ein netter Schäfer zog uns schließlich mit seinem Trecker raus und wir sind alle drei abends wie tot ins Bett gefallen. Der letzte Tag des Februars wurde von Lotta und Hannah noch fleißig genutzt, da sie an einer Müllsammelaktion des NABUs, rund um Falshöft und der Birk, teilnahmen. Mehr ist dann eigentlich im Februar auch nicht passiert.

 


 Der Januar auf der Geltinger Birk

Unspektakulär verbrachte ich (Finnja) Silvester alleine in Falshöft und startete ausgeschlafen in das neue Jahr, welches mich direkt mit einem toten Reiher an einem Zaun begrüßte, den ich erstmal entfernen musste. Als erstes kam Lotta wieder in Falshöft an, Hannah zwei Tage später. Somit waren wir wieder komplett und starteten gemeinsam in die erste Arbeitswoche des neuen Jahres. Die  Woche arbeiteten wir zunächst alleine, um zu schauen, ob eine mögliche Infektion mit Corona vorliegt und somit niemanden zu gefährden. Glücklicherweise war das nicht der Fall. Wir haben Schilder erneuert, die Dachrinne in Gammeldamm sauber gemacht und ein Projekt in unserer Wohnung umgesetzt: Lotta wollte gerne ein Bücherregal in ihrem Zimmer und in der Küche brauchten wir neue Regale, um dort Lebensmittel zu lagern. Gemeinsam mit Stefan haben wir alles fachmännisch angebracht. Zusammen haben wir super viele Birken gefällt, BundeWischen beim Einfangen der Rinder geholfen, damit Blutproben genommen werden können. Während Hannah und Lotta weiterhin bei den Birken gearbeitet haben, habe ich zwei Wochen Urlaub gemacht, ein Vorstellungsgespräch gehabt und für unsere Seminargruppe FÖJ-Pullover bestellt. Mehr ist im Januar auch irgendwie nicht passiert.

 

 

Der Dezember auf der Geltinger Birk

Der Dezember war für uns drei recht kurz, da Lotta bereits am 18.Dezember nach Hause (Potsdam) gefahren ist und die anderen beiden (Finnja+Hannah) sind am 24. Dezember mit dem FÖJler aus Oehe-Schleimünde zum Zug nach Flensburg gefahren. Trotzdem gab es eine Menge zu tun. Angefangen haben wir mit dem Freischneiden von einer Fläche am Anfang des Schutzgebietes. Die musste von Brombeersträuchern entfernt werden, damit dort einige Steine gelagert werden können. Neben der Arbeit wurde auch noch Finnjas 19. Geburtstag mit Kuchen und Geschenken gefeiert und wir kauften uns eine Katze namens Luke. Danach stand unser nächstes größeres Projekt an: Das Entfernen eines Knicks zwischen Nieby und Falshöft. Zuerst haben wir alle einfachen Bäume gefällt, die schwierigen haben wir umgedrückt. Danach haben wir die Bäume in 30cm lange Stücke zersägt, damit es als Feuerholz benutzt werden kann. Daran haben wir dann tatsächlich auch zwei Wochen lang dran gearbeitet, weil uns das Wetter manchmal einen Strich durch die Rechnung hat. In der Zeit waren wir in Gammeldamm (unser Wertstoffhof) gearbeitet und dort einige Weihnachtsgeschenke fertig gestellt. Am Freitag, den 18.Dezember stellten wir endlich den Knick fertig und unsere Kollegen Stefan, Thomas und Uwe konnten ihren Urlaub antreten. Hannah und Finnja arbeiteten am 21. und 22. Dezember allein. Wir kontrollierten die Wildpferde, wuschen die Autos und machten die Motorsägen sauber. Am 23. Dezember hieß es dann packen und putzen. Finnja holte Alex aus Schleimünde ab und den nächsten Tag ging es voll bepackt um fünf Uhr Richtung Flensburg. Tatsächlich ist auch im Dezember nicht mehr viel passiert. Ich (Finnja) bin seit dem 29.12 wieder in Falshöft und die anderen kommen am vierten bzw. am fünften Januar wieder.

 


FÖJ-Aktuell

 

Wir, das sind Hannah, Finnja und Charlotte, absolvieren seit August unser Freiwilliges Ökologisches Jahr in der Integrierten Station Geltinger Birk (beim Förderverein der Station bzw. beim NABU) und haben hier schon viel Spannendes erlebt. Dies ist eine kleine Auswahl der Dinge, an denen wir in unserem Naturschutzgebiet gearbeitet haben:

Löffler-Steg: Unsere erste größere Arbeit auf der Geltinger Birk war im August der Bau einer Plattform zur Beobachtung der Löffler. Diese Vögel sind erst seit sehr kurzer Zeit überhaupt an der Ostseeküste zu beobachten und weckten daher großes Interesse als sie auf der Birk auftauchten. Die Plattform befindet sich in einer der Wasserflächen und ist über einen ebenfalls von uns errichteten Steg mit dem Ufer verbunden. Auf dem Steg und der Plattform befanden sich bis vor kurzem ein Tunnel und ein Tarnzelt, von dem aus die Ornithologen einen sehr guten Blick auf einen Lieblingsplatz der Vögel hatten.

 

Wassersäule: Als der Wasserstand auf der Birk außergewöhnlich niedrig war, haben wir die Gunst der Stunde genutzt, um die Schilder an der Wassersäule zu erneuern, bevor das Wasser erneut einströmte.

Als erstes kleines FÖJ-Projekt haben wir drei FÖJler diese Schilder abgenommen, abgeschliffen, neu ausgefräst und wieder angemalt. Die Schilder zeigen die unterschiedlichen historischen Wasserstände auf der Geltinger Birk an, um den Besuchern das Prinzip der Wiedervernässung näherzubringen.

 

Bänke: Dieses Jahr bekam die Geltinger Birk 30 neue Bänke, um den Besuchern einen angenehmen Spaziergang zu ermöglichen.

Gebaut wurden sie vom vorherigen FÖJ-Jahrgang, aber die letzten Bänke wurden von uns, dem aktuellen FÖJ-Jahrgang (Charlotte, Finnja und Hannah), raus ins Naturschutzgebiet gebracht. Wem die Birk am Herzen liegt, hatte nun die einmalige Chance, eine Bank zu spenden. Diese Chance wurde auch rege genutzt, um verstorbenen Familienmitgliedern zu gedenken oder als Geburtstagsgeschenk. Mit kleinen Messingschildern konnten Botschaften und Sprüche an der jeweiligen Bank verewigt werden.

 

Hundekotstationen: Jeden Freitag fahren wir raus, um die Flyerkästen aufzufüllen. Leider stoßen wir dabei immer häufiger auf Hundekotbeutel, die achtlos ins Naturschutzgebiet oder an den Wegrand geworfen werden. Aus diesem Grund gehören Müllbeutel, Einweghandschuhe und Desinfektionsmittel zum Tagesgeschäft am Freitag. Das ist nicht nur eklig, sondern das muss eigentlich auch gar nicht sein. Im Gebiet stehen 4 Hundekotstationen mit kleinen Schippen, um die Hinterlassenschaften des eigenen Hundes zu entsorgen, ganz ohne unnötige Plastikbeutel.

 

Leider wird dieses Angebot nur rar wahrgenommen, weswegen wir auch in Zukunft mit den Müllbeuteln ranmüssen.

 

Motorsägenschein: Im Winter stehen auf der Geltinger Birk viele Arbeiten rund um das Fällen von Bäumen an.

Im November haben wir uns daher eine Woche lang unter der Leitung des Forstwirtes Volker Lippert intensiv mit der Motorsäge, der richtigen Fälltechnik und dem passenden Werkzeug befasst. Neben uns drei Birk-FÖJlern waren noch zwei FÖJler aus Flensburg dabei (adfc Flensburg und Klimapakt) und ein Gärtner aus Oxbüll. Neben den Theoriestunden fällten wir natürlich auch einige Bäume. Zum einen nahmen wir einen Knick auf der Birk runter, zum anderen beschäftigten wir uns mit Totholz in einem Wald bei Pommerby. Volker hat uns an seinem großen Wissensschatz über den Wald teilhaben lassen und wir haben viele wichtige und interessante Dinge aus diesem Kurs mitgenommen, auch über das Thema Motorsäge hinaus. Nun sind wir fleißig am Bäume fällen und fühlen uns wie echte Profis.