November 2021

Also… Nachdem Delphine ihren Blogeintrag erst Ende November hochgeladen hat, habe ich mir wirklich seeehr doll vorgenommen, meinen pünktlich fertig zu stellen: Ich würde mal sagen Mission erfolgreich gescheitert!

Dann bekommt ihr ihn, zusätzlich verzögert durch unsere Ferien, zum Neujahrsanfang, ist doch auch schön oder?

 

Der November selbst hat für mich persönlich wirklich toll angefangen: Meine Familie war zum ersten Mal zu Besuch und das zum optimalen Zeitpunkt. Bei wunderschönstem Wetter, das zu dieser Zeit definitiv nicht mehr selbstverständlich war, haben wir mit unseren klapprigen Rädern die Birk erkundet und dabei einen Besuch bei den Wildpferden natürlich nicht ausgelassen.

 

Außerdem haben Finja und ich eine schon lang ersehnte Reitbeteiligung gefunden und was soll ich sagen, sie ist einfach perfekt! Wir dürfen kommen wann wir wollen und mit ihnen arbeiten was wir wollen, Hauptsache wir helfen mit und die beiden werden bewegt :)

Natürlich gab es auch für Delphine eine tolle Neuigkeit in diesem Monat, sie hat ein, zugegebenermaßen für sie ein bisschen zu großes, Akkordeon ausgeliehen bekommen und jetzt beglückt sie uns nicht mehr nur noch mit wunderschönen Cellostücken sondern zusätzlich mit selbstbeigebrachten Akkordeon Einlagen. Das ist kein Spaß, sie hat sich das wirklich super schnell selbst beigebracht und weiß jetzt größtenteils welche Tonarten mit welchen Knöpfen zu bedienen sind. Bevor ich hier zu viel über unsere Freizeitaktivitäten berichte und ihr noch denkt auf der Arbeit sei nichts Spannendes passiert, hier die Richtigstellung, das stimmt nämlich ganz und garnicht:

 

Finja und Delphine haben in der Woche in der ich Besuch hatte ihren großen Motorsägenschein gemacht und obwohl sie sich als die einzigen weiblichen Teilnehmerinnen gegen eine Überzahl Männer durchsetzen mussten, haben sie mit Bravour bestanden!

 

Ich selbst habe den Schein dann in einem Einzel-Intensivkurs, den die Jungs mir besorgt haben, nachgeholt und ebenfalls bestanden :) Ich finde wir können wirklich stolz auf uns sein, denn ich bin mir sicher, dass es nicht viele Mädchen oder junge Frauen in unserem Alter gibt, die das Recht und die Fähigkeiten dazu besitzen schon alleine Bäume zu fällen und zu verarbeiten!

 

Natürlich sind wir noch lange keine Profis und ich bin, bei der Frage ob ich besser einen Fächerschnitt, an Stelle eines Zwei-Drittel-Schnitts anwenden sollte, immer noch sehr dankbar wenn Jemand dabei ist den ich fragen kann und der mir im Notfall auch Hilfestellungen gibt. Aber genau für so einen Fall haben wir ja auch Stefan, Uwe und Thomas die uns noch ihre Tipps und Tricks beibringen werden. Jeder fängt igendwann mal an…

 

Natürlich mussten im November auch andere Arbeiten erledigt werden, unter Anderem auch am Winderatter See. Neben ein paar ungewollten Rutscheinlagen mit unserem Pick-up, ist mir vor allem ein Einsatz in Erinnerung geblieben, bei dem wir unter strenger Aufsicht einer Kuhherde Mahdgut zusammenforken durften. Als dann doch ein Ochse aus der bunt gemischten Herde (neben den für hier oben typischen Gallowayrindern, bestand sie noch aus zwei übrig gebliebenen Highländern und einer zugelaufenen Angeliterkuh) zu neugierig wurde und voller Freude anfing unsere sorgsam geschichteten Haufen mit seinen langen Hörnern auseinander zu nehmen, musste Stefan dann leider doch seine Stierkampfkünste unter Beweis stellen und den vorwitzigen Highland Ochsen forkenschwingend vertreiben. Ich hatte derweilen sehr viel Spaß dabei zu versuchen die sonst recht scheuen Tiere zu streicheln und mit dem Kettendumper über die gemähte Wiese zu sausen.

 

Das aufregenste Ereignis im November war jedoch mit Abstand die alljährliche Pferdeeinfangaktion auf der Birk! Dabei werden die neuen Fohlen gechipt und erhalten eine Wurmkur. Die älteren Koniks werden auf Verletzungen oder sonstige Auffälligkeiten untersucht. Zu meinem Erstaunen verlief die gesamte Prozedur beinahe reibungslos, ob das jetzt an der Routiniertheit der Menschen oder Pferde lag kann ich nicht sagen, aber bis auf das Steckenbleien eines übermütigen Fohlens unter einer Absperrung (was sehr schnell und ohne bleibende Schäden zu verursachen behoben wurde), gab es keine nennenswerten Zwischenfälle. Insgesamt wurden sechs Großpferde und zwei Jungpferde an Privatbesitzer und andere Naturschutzgebiete verkauft, wozu leider auch mein Lieblingsfohlen Zora gehört… Die Ställe in welchen die Pferde zukünftig untergebracht werden, sind sorgsam ausgewählt und kontrolliert, sodass sichergestellt ist, dass es ihnen auch in Zukunft gut ergehen wird. Der Verkauf ist nötig, da es sonst irgendwann zu viele Pferde für die Flächen der Birk werden und wir die Futterknappheit verhindern müssen. 

 

Gegen Ende des Monats organisierten wir ein Treffen mit dänischen Naturschützern, die sich für unsere Arbeit und speziell für den Brielmaier interessierten. Als Delphine, Finja und ich in einer Pause noch schnell die Wildpferde kontrollierten, wurden wir freudig überrascht: Ketupa, eine Stute die schon während der Einfangaktion hochschwanger gewesen war, hatte nun endlich gefohlt! Ihr kleines Fohlen Martin sah zwar noch ziemlich zerknautscht aus, war jedoch schon relativ sicher auf den Beinen, weshalb wir davon ausgehen, dass es zu dem Zeitpunkt vermutlich bereits ungefähr einen Tag alt war. 

 

Mit diesem wunderschönen Anblick endete unser erlebnisreicher November auch schon und der Dezember begann mit sehr wüstem und nassem Wetter…. Davon wird euch Finja aber berichten:)