Die Pferde auf der Halbinsel Geltinger Birk sollen zusammen mit den kleinen ruhigen Galloways der Landschaftsentwicklung und damit dem Naturschutz dienen.

Ihre Abstammung geht auf die bis ca. 1800 in unzugänglichen Wald- und Sumpfgebieten Ostpolens und Litauens lebenden Tarpane zurück. Aus diesen kleinen umherschweifenden Herden bedienten sich die Bauern der Umgebung bei Bedarf. Daraus entstand die später in Polen systematisch gezüchtete Konikrasse ("Konik"= kleines Pferdchen). Bei diesen kleinen, genügsamen Pferden haben sich vielfach die mausgraue Farbe, der Aalstrich auf dem Rücken und Zebrastreifen an den Beinen als Wildmerkmale erhalten. Ihre Widerristhöhe beträgt ca. 130 - 140 cm.

Seit den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts wurden die Koniks in den Niederlanden zur Naturentwicklung eingeführt. Da sie sich dort schon bald so stark vermehrt hatten, dass die Flächen langsam knapp wurden, gaben die Holländer bereitwillig Ponies ab für das Projekt NSG Geltinger Birk.

Die Koniks sind geeignet, ganzjährig im Freien zu leben und können selbst bei Schnee normalerweise ohne Zufütterung zurechtkommen. Sie scharren den Boden frei, um an das Gras zu gelangen und zertreten mit den Hufen das Eis, um zu trinken. Außerdem ernähren sie sich im Winter, wenn das Gras knapp ist, gern von Binsen und Schilfwurzeln, schälen Bäume, oder fressen Brombeerranken. Als Unterstand reicht ihnen Wald oder Buschwerk. Nur in strengen Wintern mit geschlossener Schneedecke wird Heu zugefüttert.

Koniks kommen gut in Feuchtgebieten klar, wie jahrzehntelange Erfahrungen in holländischen Naturschutzgebieten zeigten. Dies alles macht sie so interessant für den Naturschutz in unserer Region. Denn ihre Aufgabe besteht darin, zusammen mit den Rindern, auf den Weide-, Moor- und Brackwasserflächen der Halbinsel "Geltinger Birk" den Bewuchs mit Büschen und Bäumen zubegrenzen, um eine sogenannte "Halboffene Weidelandschaft" zu schaffen und zu bewahren.

Da sich einzelne Pferde nicht so leicht einfangen lassen, kommen sie nur bei schweren Verletzungen und Erkrankungen in tierärztliche Behandlung. Durch Bisse und Tritte entstandene Wunden heilen häufig von allein.

In seltenen Fällen werden die Hufe bei einzelnen Tieren von einem Hufschmied gekürzt, meist bricht zu lang gewordenes Horn aber von selbst ab. Hier ist es von Vorteil, wenn die Tiere viel in Bewegung sind, zwischen Tränke und Weide ziehen müssen oder eine gewisse Unruhe durch die Konkurrenz unter den Hengsten besteht.

Die erste Gruppe von 11 Koniks wurde 2002 auf der Birk freigelassen. Zur Blutauffrischung kam 2006 eine zweite Gruppe mit einem Hengst, 6 Stuten und 3 Jährlingen hinzu. Diese Pferde stammten von verschiedenen Weidegebieten in den Niederlanden und waren untereinander wenig verwandt. Meist halten sich die beiden „Harems“ in gebührendem Abstand voneinander auf. Wenn die Stuten rossig werden, starten die Leithengste immer mal wieder Versuche, aus der anderen Gruppe Stuten zu entführen. Auch pirschen sich die älteren Junghengste gelegentlich an die Stuten heran, werden aber von den Althengsten verjagt. Die meisten jungen Hengste bilden eine Junggesellengruppe, der sich manchmal auch einzelne junge Stuten anschließen. Nach oft monatelangen mehr oder minder ausgeprägten Rangeleien erweist sich einer der Hengste als überlegen und es entsteht ein neuer Familienverband.


Wildpferde fangen

einmal jährlich werden die Koniks in einer großen festen Fanganlage eingefangen, um die Fohlen mit einem von der EU vorgeschriebenen Mikrochip zu versehen. Bei dieser Gelegenheit werden einzelne Tiere aus der Herde aussortiert und verkauft. Damit soll eine Überpopulation auf der Geltinger Birk vermieden werden.

 

Sie haben Interesse daran, ein Pferd aus dieser Herde erwerben? Sie sind sehr gut geeignet als Kinderreitpferde, zum Kutschen oder auch als künftige Therapiepferde. Info: Gisela Vierling 0162/3166223