November 2025

Tannengrün und Schnee

 

 

 

Moin, hier ist wieder Finja!

 

Dieses Mal berichte ich euch von dem November in unserer Station.

 

Begonnen hat der Monat bei einem gemütlichen Stationstreffen in Rendsburg. Hier kommen alle Mitarbeiter der Integrierten Stationen des Landes Schleswig-Holstein zusammen, um sich auszutauschen und gegenseitig zu unterstützen.

 

An diesem Tag gings für uns in die Landwirtschaftsschule nach Rendsburg. Nachdem das Treffen traditionell mit einem extra langen und extra großen Frühstück begonnen hatte, hörten wir einen Vortrag über den Einsatz von Akku-Geräten in der Landschaftspflege. Für uns war das natürlich auch interessant, welche Vor- und Nachteile z.B. ein Akku-Freischneider hat, da wir einige Stunden mit diesen Geräten arbeiten müssen. Irgendwann wurde das Sudoku allerdings spannender als der Vortrag und wir waren dann sehr froh als es nach dem Mittagessen zum praktischen Teil überging.

 

Hier durften wir nämlich alle Akku-Geräte und vieles mehr von Stihl ausprobieren! Am meisten Spaß gemacht, haben die Kopfhörer mit eingebautem Walkie Talkie. Es war so witzig darüber zu kommunizieren, weil man sich selbst als Echo hörte. Ich konnte gar nicht mehr aufhören zu lachen, sodass Marie bald die Ohren dröhnten! Danach haben wir einen Stoffball auf den Laubbläser gelegt und unsere Kollegen abgeschossen. Am Ende sind wir natürlich mit einigen Werbegeschenken und vollen Mägen nach Hause gefahren. Also ein sehr erfolgreicher Tag für uns FöJler!

 

Das nächste große Ereignis war der Naturschutztag in Neumünster. Wir waren schon ganz aufgeregt, weil uns von sooo viel leckerem Essen dort berichtet wurde. Also haben wir cleverer Weise vorausgedacht und uns leere Brotdosen mitgenommen, um Essen nach Hause zu schmuggeln (als Wegration natürlich).

 

Ich muss gestehen meine hohen Erwartungen wurden sogar übertroffen. Es gab wirklich so viel und so leckeres Essen, dass wir gar nicht mehr vom Buffet weggekommen sind. Jeder war beeindruckt von unseren, bis zum Rand gefüllten, Tellern und Brotdosen. Wir waren wirklich im Himmel!

 

Trotz der rauen Jahreszeit und vor allem der eisigen Winde, hier an der Küste, hieß es den restlichen Monat draußen arbeiten! Das machen wir schließlich am liebsten. Also haben wir uns mit vielen Lagen umhüllt und waren sehr froh, über unsere Thermounterwäsche und die dicke Schnittschutzkleidung.

 

Am Winderatter See neigten sich die Mäharbeiten dem Ende zu. Wir mussten nur noch die Binsen um die kleinen Tümpel rum wegschneiden. Also schnappte ich mir einen Freischneider und legte los. Ich freute mich so sehr, endlich wieder freischneiden zu dürfen, dass ich fokussiert von Binse zu Binse hopste und sie alle kurz schnitt.

 

Nur irgendwann guckte ich mich um und musste feststellen, dass ich bis zu den Knien im Wasser, in der Mitte vom Tümpel stand. Somit hatte ich dann für den restlichen Tag nasse Füße, aber ich war sehr stolz darauf wie schön der Tümpel danach aussah.

 

Es ging weiter mit schweren Geräten. Denn wir hatten den Auftrag Tannengrün zu schneiden, um damit die Möweninsel in Schleswig vor Erosion zu schützen. Ich freute mich sehr darauf: das erste große Projekt mit meiner Husqvarna! Wir legten direkt los und fällten unter Steffis Beobachtung eine Tanne nach der nächsten. Diese arbeiteten wir dann auf und sammelten das Tannengrün. Wir waren bestimmt 2 Wochen täglich auf der Plantage und es machte so viel Spaß, mehr Erfahrung mit der Motorsäge zu sammeln! Am Ende bekam ich sogar meine eigene Ecke im Wald, wo ich ganz alleine die Bäume fällen durfte!

 

Am 13. November fand unsere Einfangaktion statt. Dabei werden zweimal im Jahr unsere Koniks in die Fanganlage getrieben, obwohl sie dieses Jahr fast freiwillig dort reinspazierten. Wir lesen die Chips ab und überprüfen, ob sich alle Tiere in der Herde befinden. Hierbei ist auch immer ein Tierarzt dabei, der sich jedes Tier einmal ansieht. Der Tierarzt chippt alle, in diesem Jahr geborenen Fohlen, und wir FöJler dürfen sie benennen. Nach einigen Diskussionsrunden, die sehr schnell beendet waren, bin ich nun sehr froh, dass wir uns durchsetzen konnten.

 

Also begrüßt feierlich….

 

*Trommelwirbel*

 

Raffaelo, Schokomüsli, Hafer und Flocke, Stulle, Knust und Toast, Gouda, Paprika, Provence, Tomatski uuuuuunnnnndddd…..

 

Krümel.

 

Wie ihr vielleicht schon bemerkt habt, haben wir Hunger. Daher ist unser Thema für die diesjährige Namensgebung: Frühstück.

 

Also im November sind ganz schön viele coole Dinge passiert, aber ich habe ein ganz bestimmtes Highlight. Vielleicht sogar das Highlight des Jahres.

 

Eines Morgens saßen wir mal wieder in der Küche und schmierten unsere Brotboxen, da guckte ich zum Fenster raus und sah weiße Dächer: Der erste Schnee auf der Birk!

 

Wir waren alle so aufgeregt, wie kleine Fünfjährige stürmten wir in die Station und verkündeten lautstark, dass wir sofort rauswollten. Zu unserem Glück stand an diesem Tag die Pferdekontrolle auf der To-do-Liste. Also schnappten wir uns den nächstbesten Dienstwagen und düsten, nachdem wir ihn mühsam vom Schnee befreit hatten, sofort ins Gebiet. Es war wirklich ein wunderschöner Anblick, die Koniks im Schnee zu sehen. Es fühlte sich glatt an, als hätten wir uns in einem Ölgemälde verirrt.

 

Auf dem Rückweg wurden wir von unseren Vogelwärtern auf einen Tee eingeladen und so durchgefroren wie wir waren, nahmen wir das Angebot dankend an. Also quetschten wir uns zu siebt in den kleinen Zirkuswagen. Es war so gemütlich und so kamen wir ganz schnell in Weihnachtsstimmung. Wenig später holten Tini und Dieter Walnüsse raus und da wir keinen Nussknacker hatten, mussten wir uns anderweitig behilflich sein. Ganz auf die ISGB-Art, zerschmetterte Marie unsere Walnüsse, grinsend, mit einem Vorschlaghammer!

 

Ich finde dieser Abschluss beschreibt unsere Station wirklich am Besten!

 

Und damit verabschiede ich mich auch schon, dass waren zwar nur einige der Highlights aus dem November, aber ich hab jetzt Feierabend.

 

„Ja ich seh das, aber Logik ist da nicht drin.“

 

-        Tommy

 

Bis zum nächsten Mal,

 

Finja