Februar 2026

Willkommen in der Eiszeit

 

Moin! Hier ist mal wieder Finja.

 

In diesem Blog erzähle ich euch vom Leben auf der Birk, im verschneiten Februar. Bestimmt haben einige von euch es schon mitbekommen, denn bei uns hieß es den ganzen Monat über „Winter Wonderland“! Ende Januar fing es bei uns an zu schneien und seitdem hat es nicht aufgehört.

 

Als dann endlich mal einen Tag lang die Sonne schien, wollten wir natürlich sofort raus!

 

Es war ein Samstag und nachdem ich sah, wie der Schnee in der Sonne glitzerte, hüpfte ich nur noch auf und ab. Und so zwang ich den Kerl aus der Schleimündung zu einem Ausflug, der noch ein regelrechtes Abenteuer werden sollte.

 

Zuerst schnappten wir uns unsere Kameras und liefen durch Falshöft, auf der Suche nach Eiszapfen. Denn an den Reetdächern hatten sich über Nacht riesige Eiszapfen gebildet, manche 30 cm lang, die die Häuser in Wunschschlösser verwandelten. Wir schlitterten also auf der vereisten Straße entlang und fotografierten die schönsten Häuser im Dorf! Dabei trafen wir auch auf viele Dorfbewohner, die ebenfalls die Sonne genossen. Nur einer wollte nicht mehr draußen sein: Kalle!

 

Als wir kurz in die Wohnung gingen, um uns wärmere Sachen anzuziehen, denn es war trotz der Sonne bitter kalt, rannte der Kater blitzschnell an uns vorbei. Sofort in mein Zimmer! Da ist er am liebsten, verständlicherweise. Nach einer kurzen, oder auch langen, Streichelrunde mit Kalle ging es wieder raus. Diesmal ins Naturschutzgebiet. Es war wirklich wunderschön! Die gesamte Birk war von einer dicken Schneedecke überzogen. Überall entdeckte man Tierspuren im Schnee. Von Maus bis Rind ist alles zu finden! Die Sonne strahlte einem ins Gesicht, die Ostsee war tiefblau und der Schnee glitzerte. Es war wie in einem Traum!

 

Wir liefen also immer weiter, in einer Schneelandschaft gefangen, bis wir schließlich in Beveroe ankamen. Da entdeckten wir die Pferde, also kleine braune Flecken, irgendwo mitten im Gebiet! Eine Pferdekontrolle stand eh mal wieder an, also los gings!

 

Hmmm, nicht mal 3 Minuten später merkten wir, dass das gar nicht so einfach wird. Denn die Birk war ein riesiger Eissee! Die Gräben waren vollgelaufen, die Vernässungsflächen überflutet und gefroren. Hinzu kam noch, dass auf diesen gefrorenen Eisseen nun eine Schneedecke lag, die es unmöglich machte zu wissen, ob man auf Gras oder Eis lief… bis es knackte.

 

Also kurz zusammengefasst, es wurde ein Abenteuer, bei dem wir uns über Stock und Stein schlagen mussten, sehr kreative Brückenbauer wurden, aber auch ab und zu nass waren (vor allem ich) und ganz neue Flächen der Birk kennenlernten. Es dauerte ganze drei Stunden, bis wir endlich bei den Pferden ankamen. Am Ende standen sie bei den Klärteichen. Im Sonnenuntergang begrüßten wir also die Herde und ich war erstaunt, dass die jüngsten Fohlen schon so zutraulich waren. Vor allem Krümel. Er ist wirklich frech! Schmust gerne, knabbert gerne an Mützen und lässt einen gar nicht mehr gehen!

 

Ich kann auf jeden Fall nicht genug kriegen von dieser schönen Winterlandschaft!

 

Doch Sturm, Eis und Schnee machen die Draußen-Arbeit schwer!

 

Deswegen nutzten wir den Monat um alle kleinen Arbeiten und all den Büro-Kram zu erledigen, der schon lange anstand.

 

Für uns drei FöJler hieß dass: Grundschule!

 

Denn Mitte Februar besuchten uns Kinder aus der Grundschule in Gelting im Rahmen einer Projektwoche. Wir bekamen also an 4 Tagen eine Gruppe von acht Kindern und sollten den Tag mit ihnen gestalten.

 

Eine große Herausforderung war natürlich das Wetter, weder wir, noch die Kinder mit Hummeln im Hintern wollten den ganzen Tag drinnen hocken. Aber draußen waren es teilweise minus 10 Grad und 10 cm Schnee.

 

Und was kann man also mit Kindern machen, die zwischen 5 und 11 Jahre alt sind? Einige können noch gar nicht schreiben, während andere schon voll in der Pubertät stecken.

 

Wir mussten uns also zurück in unsere Kindheit versetzen und überlegen was uns so alles Spaß gemacht hat.

 

Hmmm….

„Fernseh gucken?“

Klar! Aber wir haben leider einen Bildungsauftrag.

„Schule?“

Ne, das war anstrengend.

„Rausgehen?“

Aber nur kurz, es ist kalt.

„Was ist denn deine schönste Erinnerung an die Kindheit?“

Und da waren wir alle einer Meinung:

KINDERGEBURTSTAGE!

„Und was macht man denn auf Kindergeburtstagen?“

Also bei mir gab es immer eine Schnitzeljagd mit Süßigkeiten als Schatz.

Da hatten wir also unsere Idee:

Wir machen eine Schnitzeljagd!

 

Sagen wir es mal so, einige Mitarbeiter der Station (vor allem ein Herr im Karo-Hemd) konnten nicht verstehen, warum wir so einen Aufwand betreiben.

 

Eine Schnitzeljagd im Februar war wirklich schwierig. Aber wir wollten uns eben ganz viel Mühe geben, damit die Kinder einen schönen Tag haben. Außerdem leuchteten uns die Augen, wenn wir nochmal unsere Kindheit erleben durften.

 

So! Nun machten wir uns an die Arbeit. Es wurden viele Stunden, viele Ideen und viele Schimpfwörter auf dem Weg eingebracht. Schlussendlich waren wir fertig. Wir hatten, nachdem wir uns elendig mit der digitalen Technik heutzutage rumschlugen, ein wunderschönes Arbeitsblatt gestaltet, mit dem die Kinder die Ausstellung entdecken konnten. Danach fing die Schnitzeljagd an. Es gab eine Gruppe, die suchten einen Seeadler und die andere Gruppe musste Krümel finden, unser Konik-Fohlen (nicht das echte, das war logistisch schwierig).

 

Die Kinder waren so motiviert, sie jagten durch die Schnitzeljagd und das Wetter machte ihnen, und ihren süßen Schneeanzügen, ein Glück nichts aus. Am Ende bekam jeder einen Lolli und war glücklich. Danach spielten wir einige Spiele, die wir schon aus Seminar kannten. Denn wenn wir eines in dieser Woche festgestellt hatten, dann dass FöJlern genau dasselbe gefällt wie kleinen sechsjährigen Kindern. Dementsprechend hatten wir auch unsern Spaß! Wenn am Ende noch Zeit blieb, durften sie mit Salzteig kneten, wobei jedes dieser Kinder den Salzteig natürlich probieren musste. Wir hatten sie vorgewarnt, dass es unglaublich salzig ist (denn wir hatten selbst schon probiert), doch wenig später rannte ein Kind nach dem nächsten raus um sich den Mund auszuspülen.

 

Naja… Pech.

 

Die Woche war wirklich besonders für uns. Es war das erste Mal, dass wir ganz alleine mit einer Kindergruppe arbeiteten. Und es waren wirklich so süße Kinder. Wir haben uns richtig gefreut, ihnen in der Ausstellung zu helfen oder mit ihnen zu kneten. Und einige davon hatten Witze auf Lager! Mein Favorit war ein 1. Klässler, der uns von dem tragischen Tod zwei seiner Katzen berichtete, doch mit dem Kommentar: „Die Katzen jetzt sind länger haltbar!“. Es folgte ein breites Grinsen.

 

Aber weiter geht´s!

 

Zwischendurch erledigten wir ganz viele kleinere Arbeiten, wie z.B. das Nachschneiden eines Knicks und der Abbau von einem alten Stacheldrahtzaun. Außerdem wurden Schilder aufgestellt und wir räumten eine alte Baustelle in Beveroe auf, wo ich mir auch eine kriegsähnliche Schneeballschlacht mit Linnea liefern musste, bei der wir beide wie Katz und Maus immer wieder um einen Container liefen. Marie und Steffi waren sehr amüsiert. Das Ganze wurde natürlich gefilmt.

 

Schlussendlich kam es zu unserem ersten Großeinsatz im Februar! Ihr wisst gar nicht wie wir uns gefreut haben. Es war so cool, wir sollten einen Zaun auf der Lotseninsel aufbauen und mussten dafür mit dem Pick-Up, dem Traktor und dem Strautmann durchs Gebiet fahren. Wir waren so eine große Mannschaft, es hat super viel Spaß gemacht! Wir standen hinten auf dem Strautmann drauf und beobachteten die langweilige Wiese der Schleimündung. Aber das Highlight war als uns im Naturschutzgebiet Gegenverkehr erwartete!

 

Denn wenn sich ein Traktor und ein Bagger auf der Losteninsel treffen, dann wird erstmal ein Ort für ein Mittagspäuschen gesucht.

 

Und damit, mal wieder, ein passendes Zitat von Tommy.

„Ich weiß was wir machen!“

*Schnips*

„Was?“

„Gar nichts!“

-        Tommy

 

Also, auf Wiedersehen, ich hab Hunger!

Grüße, Finja.