Januar

Ein frohes neues Jahr an euch alle!

Mit einer „leichten“ Verspätung werde ich euch jetzt von unserem ersten Monat in 2026 erzählen. Wer hätte es gedacht, es beginnt mit purem Chaos und Schnee...

 

Durch den plötzlichen Wintereinbruch, mit dem die deutsche Bahn offentsichtlich nicht gerechnet hatte, wurde Finjas und meine Rückreise aus dem Weihnachtsurlaub deutlich ereignisreicher als gedacht. Nachdem fast jeder unserer Züge an irgeneinem Punkt ausgefallen ist oder umgeleitet wurde und wir etliche Male unsere Routen ändern mussten, hatten wir es dann allerdings geschafft, sind doch noch angekommen und waren dementsprechend umso glücklicher, als wir zwei Tage später auch schon wieder anfangen konnten zu arbeiten.

 

Es ging nämlich Mal wieder in die Tannenbaumplantage, diesmal allerdings nicht zum Fällen, sondern um unsere Ergebnisse, dass geschnittene Tannengrün der letzten Wochen, abzuholen.

So standen wir also morgens alle warm eingepackt zwischen den verschneiten Tannen und legten los. Tommi saß im Trecker und hat das Tannengrün auf den Strautmann- Anhänger geladen. Finja und ich standen oben auf dem Anhänger und haben das Tannengrün verteilt und zurecht gepackt. Abgesehen davon, dass wir den ganzen Tag über Tannengrün- Berge klettern konnten, hatte man von dort oben auch einen wunderschönen Ausblick auf den vernschneiten Wald. Ein Super Tag!

Und das war noch gar nicht alles. Da wir mit unserem VW- Bus auf der Bundesstraße doch ganz dezent schneller waren, als Tommi im Trecker, hatten wir noch Zeit für einen ausgiebigen Spaziergang durch unser Winter-Wunderland. Dabei haben wir leider eine Gruppe an Rehen so dermaßen erschreckt, dass sie sehr waghalsige Fluchtversuche unternahmen und so direkt an uns vorbei stürmten, was uns allerdings ein wirklich sehr episches Bild geboten hat!

 

Einige Tage später ging es dann wieder mit Aufregung und Chaos weiter, denn für das Wochenende wurde eine Sturmflut-Warnung angesagt. Für mich und Finja, die so etwas ja gar nicht kannten, ein riesen Ereignis! Bevor es richtig los ging, machten wir viele Spaziergänge, legten uns gegen den Wind (konnten dabei fast komplett grade stehen bleiben) und beobachteten, die enormen, immer größer werdenden Wellen. Abends fuhren wir mit dem Pick- Up nochmal raus, um nach den Pferden zu schauen und waren sehr beeindruckt zu sehen, dass die Tiere sich bereits an der höchsten Stelle der Birk befanden! Am selben Abend sind wir immer wieder mit Taschenlampe ans Meer gelaufen und haben mit jedem Mal festgestellt, wie der Strand immer schmaler wurde und um 12 Uhr schließlich komplett verschwand.

Am nächsten Tag sind wir los, um zu sehen, was die Ostsee letztendlich mit der Birk angestellt hatte, aber abgesehen, von einigen Deichstellen, an denen die Wellen genagt hatten und einer Flunder mitten auf dem Fahrradweg, ist zum Glück nichts passiert.

 

Marie kam leider aufgrund von Schnee, Wind und Glätte mit der Bahn gar nicht erst nach Schleswig- Holstein und hat sich die ganze Geschichte am folgenden Montag angehört.

 

Wenige Tage später, musste Tommi in Holnis die schmerzliche Erfahrung machen, dass man ein zwei- Tonnen- Brutfloß, welches sich während des Hochwassers losreist und auf eine Sanbank treibt, nicht mal eben mit drei FÖJlern weg ziehen kann. Aber komplett tatenlos fuhren wir doch nicht zurück, also schnappten wir uns die Anker und liefen wie Eisbrecher mit unseren Waathosen, durch das leicht gefrorene Wasser ins Noor, um sie auf die richtige Position zu bringen. In der Hoffnung, dass das Brutfloß bei einem höheren Wasserstand wieder in die richtige Richtung treibt und wir bei unserem nächsten Versuch mehr Erfolg haben werden.

 

Und kommen wir nun zu meinem absoluten Highlight im Januar:  Die Polarlichter!!

Uns wurde immer wieder erzählt, dass man sie von hier aus angeblich sehen könnte, aber so ganz hatten wir das irgendwie nicht geglaubt. Um so etwas zu erleben, muss man ja schließlich schon nach Norwegen oder nach Schweden... dachten wir.

Eines Abends war die Wahrschscheinlichkeit der Vorhersage allerdings so hoch, dass wir es doch wenigstens mal versuchen wollten (auch wenn wir nicht wirklich daran glaubten tatsächlich irgendwas zu sehen). Wir stiefelten also alle drei mit einer Mischung aus Erwartung, Begeisterung und Skepsis an den Strand und staunten nicht schlecht, als auf einmal der ganze Himmel rot und grün erstrahlte!!!

Es war wirklich unglaublich!

Als wir uns in Falshöft sattgesehen hatten radelten wir weiter zur Mühle Charlotte, von wo aus man ebenfalls einen hervorragenden Ausblick auf das Spektakel hatte.

Anschließend beschlossen wir, dass dies der perfekte Abend für eine Fahhradtour wäre und fuhren um Mitternacht unter den Polarlichtern noch einmal um die Birk nach Hause.

 

Ansonsten haben wir in Beveroe noch einige Ahörner gefällt, um Platz zu schaffen für die Baufahrzeuge, die das Stromkabel des Leuchturms Kalkgrund in Zukunft reparieren sollen. Für uns bedeuete das eine neue Begeisterung fürs Holz Spalten zu entdecken, die wir dort dann die nächste Zeit in vollen Zügen ausleben konnten!

 

Der Januar neigte sich dem Ende zu und wir FÖJler fuhren auf unser drittes Seminar. Diesmal ging es zum Haus Freiräume in Osterstedt und wir freuten uns alle sehr die Leute aus unserer Seminar Gruppe wieder zu sehen. Doch nicht nur das, am zweiten Tag begann es nämlich auf einmal heftig zu schneien und der Schnee entschied sich sogar liegen zu bleiben! Dementsprechend haben sich Finja und Jonathan auch gleich daran gemacht einen riesigen Schneemann direkt vor das Fenster des Seminarraumes zu bauen, der uns dann die restliche Woche beobachte.

 

So, das war unser Januar und zum Abschied mal wieder ein Kommentar von Tommi:

 

„Oha was ist das denn?? das ist ja ein PHÄNOMEEEENNN!!“

  

und damit verabschiede ich mich. Bis zum nächsten mal :)